Ermittlungen

Schüttel-Tod von Baby Tayler: Freund der Mutter in Haft

Zuerst wurde im Fall des zu Tode misshandelten Tayler auch gegen die Mutter ermittelt. Ein zweites Gutachten bringt jetzt Klarheit.

Ein Schild mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden kleiner Engel. R.I.P. Tayler“, Kerzen und Plüschtiere stehen in Hamburg vor einem Wohnblock im Stadtteil Altona-Nord.

Ein Schild mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden kleiner Engel. R.I.P. Tayler“, Kerzen und Plüschtiere stehen in Hamburg vor einem Wohnblock im Stadtteil Altona-Nord.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburg.  Vier Monate, nachdem der kleine Tayler im Hamburger Stadtteil Altona zu Tode misshandelt wurde, ist am Donnerstagabend der Freund der Mutter festgenommen worden. Oberstaatsanwalt Carsten Rinio bestätigte auf Anfrage des „Hambubrger Abendblatts“, dass Michael Q. gegen 18.45 Uhr in seiner Wohnung festgenommen wurde. Gegen den 26-Jährigen bestehe dringender Tatverdacht, das 13 Monate alte Baby zu Tode geschüttelt zu haben.

Tayler wurde im Dezember vergangenen Jahres mit einem schweren Schütteltrauma ins Krankenhaus eingeliefert, wo er eine Woche später an den Folgen seiner Verletzungen starb. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zunächst in Richtung der Mutter des Jungen und deren Freund. „Weil wir den genauen Zeitpunkt der Misshandlung nicht kannten, konnten wir keinen dringenden Tatverdacht gegen einen von beiden konkretisieren“, sagte Rinio.

Verdächtiger fuhr in den Urlaub

Ein erstes Gutachten der Rechtsmedizin ermöglichte anders als erhofft keine genaue Einschränkung der Tatzeit. „Weil die Staatsanwaltschaft noch Zusatzfragen hatte, wurde dann ein weiteres Gutachten erstellt“, sagt Rinio. Dieses sei vor einigen Tagen eingegangen. „Der Zeitraum des Schüttelns konnte jetzt so klar eingegrenzt werden, dass es nach jetzigem Stand der Ermittlungen hochwahrscheinlich ist, dass der Tatverdächtige zu in diesem Moment allein mit dem Jungen in der Wohnung war.“

Michael Q. sorgte zwischenzeitlich für Aufsehen, weil er kurz nach der Tat nach Spanien in den Urlaub fuhr. Zunächst war unklar, ob der Mann zum beabsichtigten Zeitpunkt zurückgekommen war. Jetzt bestätigt Oberstaatsanwalt Rinio: „Er ist im Januar dieses Jahres zurück nach Hamburg gekommen.“ (ant)

Dieser Text ist zuerst auf abendblatt.de erschienen.