Erdbeben

Opferzahlen steigen: Eine Deutsche in Ecuador getötet

Unter den Opfern des Erdbebens in Ecuador ist eine deutsche Staatsbürgerin. Bei der mühsamen Suche werden immer noch Leichen geborgen.

Helfer des Roten Kreuzes in Ecuador suchen in Trümmern nach Überlebenden und Toten.

Helfer des Roten Kreuzes in Ecuador suchen in Trümmern nach Überlebenden und Toten.

Foto: HENRY ROMERO / REUTERS

Quito.  Die Opferzahl nach dem Erdbeben in Ecuador am Samstagabend steigt weiter an. Wie nun bekannt wurde, ist auch eine Deutsche unter den Opfern. „Wir müssen leider bestätigen, dass eine deutsche Staatsangehörige bei dem Erdbeben in Ecuador ums Leben gekommen ist“, sagte ein Sprecher des Auswärtiges Amts jetzt dem Evangelischen Pressedienst. Weitere Details über die Herkunft der Deutschen wurden nicht genannt.

Nach Angaben der ecuadorianischen Staatsanwaltschaft ist die Zahl der Toten mittlerweile auf 570 gestiegen, davon 13 identifizierte Ausländer einschließlich der Deutschen (Stand: Ortszeit Mittwoch). Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund 100 Kilometer breiten Küstenstreifen westlich der Hauptstadt Quito getroffen.

Wiederaufbau wird Jahre dauern

Mehr als 23.500 Menschen wurden inzwischen in Notunterkünften untergebracht, berichtete der Katastrophendienst SNGR. Bei dem Beben wurden 7015 Menschen verletzt. Nach 163 Vermissten werde weiterhin gesucht. Über 1000 Gebäude seien komplett zerstört worden.

Staatschef Rafael Correa schätzte, dass der Wiederaufbau etwa drei Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) kosten und Jahre dauern werde. Zur Finanzierung des Wiederaufbaus und der Unterstützung der Opfer beschloss die Regierung eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und verstärkte Beiträge der Einkommens- und Gewinnsteuern, wie die Nachrichtenagentur Andes berichtete. Die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank stellten nach Angaben Correas 600 Millionen Dollar (530 Mio. Euro) unmittelbar zur Verfügung.

Auch deutsche Helfer vor Ort

Über tausend Helfer, Feuerwehrleute und Ärzte aus 20 Länder beteiligen sich an den Rettungsarbeiten. Aus den Trümmern wurden bis Mittwoch 54 Überlebende gerettet. Eine Jugendliche konnte in der Hafenstadt Manta nach 60 Stunden unter Betonfragmenten lebend geborgen werden. Auch Helfer aus Deutschland sind im Einsatz: Für die Organisation Humedica, die medizinische Katastrophenhilfe anbietet, waren zunächst sieben Kräfte in der Krisenregion, darunter drei Ärzte.

Die Nachbeben erschwerten die Arbeiten allerdings. Das Geophysische Institut Ecuadors registrierte am Mittwoch in kurzer Folge zwei Nachbeben der Stärke 6,2 vor der Küste des Andenlandes. Es wurden jedoch keine weiteren Schäden gemeldet. Insgesamt erschütterten nach Angaben des Instituts bis Mittwochnachmittag 568 Nachbeben die Provinzen Manabí und Esmeraldas.

Unicef warnt vor Verbreitung des Zika-Virus’

Die Trinkwasserversorgung sei trotz der kollabierten Wasserleitungen vorerst gesichert, erklärte Correa. Heereseinheiten verteilten Trinkwasser mit Tankwagen. Private Unternehmen liefern täglich mehr als eine halbe Million Wasserflaschen an die Notfallhelfer, wie die Zeitung „El Universo“ berichtete.

Das Kinderhilfswerk Unicef warnte vor den von Mücken verbreiteten Krankheiten wie Zika, Dengue, Malaria und Chikungunya. Die bereits vor dem Erdbeben eingeleiteten Maßnahmen zur Mückenbekämpfung werden intensiv fortgeführt, erklärte die stellvertretende Gesundheitsministerin Verónica Espinosa. (epd/dpa)