Tiergeschichte

Kater als Chef-Mäusefänger im britischen Außenministerium

Das britische Außenministerium hat einen neuen „Chef-Mäusefänger“. Kater Palmerston twittert, ist verbeamtet und ein Medienstar.

Das britische Außenministerium arbeitet nun mit einem Kater zusammen. Der Spezialist soll das Gebäude frei von Mäusen halten (Symbolfoto).

Das britische Außenministerium arbeitet nun mit einem Kater zusammen. Der Spezialist soll das Gebäude frei von Mäusen halten (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/ITAR-TASS

Berlin.  Das britische Außenministerium hat einen neuen Mitarbeiter: Palmerston hat ein schwarz-weißes, glattes Fell, wache Augen und einen guten Geruchssinn – und er soll Spezialist in seinem Fachgebiet sein. Beste Voraussetzungen also, um als „Chief Mouser“ anzufangen. Im Außenministerium widmet sich Palmerston nämlich nun der wichtigen Aufgabe, die Gänge des altehrwürdigen Gebäudes frei von Mäusen zu halten.

Hochoffiziell stellte eine Sprecherin des Außenministeriums den Neuzugang vor, berichtet die BBC. Palmerston stehe nun im diplomatischen Service ihrer Majestät. Der „Chef-Mäusefänger“ solle die Zahl der Mäuse im Gebäude in der King Charles Street unter Kontrolle halten. Das britische Volk wird die Beschäftigung des Spezialisten nichts kosten, so die Sprecherin weiter. Stattdessen würden die Angestellten in einem gemeinsamen Sparschwein Geld für Palmerston und „alle Aspekte seines Wohlergehens“ sammeln.

Palmerston hat eigenen Twitter-Account

Palmerston kann nun eine der bekanntesten Adressen Großbritanniens sein Zuhause nennen. Doch vor seinem Karrierestart erlebte er auch schlechte Zeiten. Der zwei Jahre alte Kater wurde von Mitarbeitern der Tierschutzorganisation „Battersea Dogs and Cats Home“ in den Straßen Londons aufgegriffen – hungrig und unterernährt. Die Tierretter päppelten den Kater auf und inspizierten auch, ob sein neues Zuhause tiergerecht sei. „Er ist ein selbstbewusster Kater, mag Menschen und Kraulen am Kinn“, erzählte Mitarbeiterin Lindsey Quinlan der BBC.

Im britischen Außenministerium wird daher auch Großes von Palmerston, der nach Ex-Premierminister Lord Palmerston benannt ist, erwartet. Mit seiner Arbeit loslegen konnte der „Chef-Mäusefänger“ aber bisher nicht. Vielmehr war Palmerston mit der britischen Presse beschäftigt – alle berichten über den Kater. Das Außenministerium hat sogar einen offiziellen Twitter-Account eingerichtet. Unter @DiploMog wird über das Leben von Palmerston berichtet. Es gibt Fotos von seiner Ankunft im Ministerium oder Informationen über seine erste Nacht im neuen Heim. Innerhalb von einer Woche hat Palmerston schon mehr als 4000 Follower. Der Kater selbst folgt dagegen nur vier Leuten, unter anderem Benjamin F. Kerry, dem Hund des US-Außenministers.

Kater Larry wohnt bei David Cameron

Freundschaft schließen könnte Palmerston mit Larry. Der Kater wird nur wenige Meter weiter in der Downing Street 10 leben und dient Premierminister David Cameron als oberster Mäusefänger. Larry lebt seit 2011 bei Familie Cameron. In einem Radiointerview lobte der Premierminister die Arbeit des Katers und verriet, dass der Kater eigentlich keine Männer möge, aber mit US-Präsident Barack Obama gut zurecht kam.

Auf der Webseite der Regierung, auf der Larry einen kurzen Steckbrief hat, wird nur so viel über den Kater verraten: „Larry verbringt seine Tage damit, Gäste zu begrüßen, Sicherheitsvorrichtungen zu inspizieren und antike Möbel auf ihre Bequemlichkeit für Nickerchen zu überprüfen. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, eine Lösung für das Mäuseproblem zu finden, aber Larry sagt, er sei noch in der taktischen Planung.“

Den Job des „Chief Mouser“ gibt es übrigens seit der Regierungszeit Heinrichs VIII. Der oberste Mäusefänger ist verbeamtet und bekommt ein Jahresgehalt von etwa 100 Pfund.