Verkehr

Verkehrsrisiko Handy: In Augsburg soll Ampel im Boden helfen

Jeder sechste Fußgänger kümmert sich laut einer Studie mehr ums Handy als um den Verkehr. In Augsburg leuchtet deshalb nun die Straße.

Keine Seltenheit: Der Blick aufs Smartphone lenkt Fußgänger im Straßenverkehr ab.

Keine Seltenheit: Der Blick aufs Smartphone lenkt Fußgänger im Straßenverkehr ab.

Foto: imago stock&people / imago/Dean Pictures

Berlin/Stuttgart.  Schon ein kurzer Blick aufs Smartphone kann fatale Folgen haben – vor allem, wenn er an einer belebten Straße passiert. Und das ist keine Seltenheit: Jeder sechste Fußgänger ist im Straßenverkehr irgendwie mit seinem Handy beschäftigt, wie aus einer aktuellen Großstadt-Studie der Dekra-Unfallforschung hervorgeht. Schnell noch Mails checken, Facebook füttern, Nachrichten bei WhatsApp schreiben – die Smartphone-Generation „Kopf unten“ ist nicht nur am Steuer, sondern auch zu Fuß eine Gefahr im Straßenverkehr.

In Augsburg soll mit einer innovativen Idee Abhilfe geschaffen werden. Mit „Bodenampeln“ sollen auch abgelenkte Handynutzer mitbekommen, was auf der Straße vor ihnen passiert. Dazu haben die Augsburger Stadtwerke LED-Leuchten im Boden installiert, die während der Rotphasen rot blinken. So sollen nicht nur Fußgänger gewarnt werden, die den Blick nach unten aufs Handy-Display gerichtet haben, sondern auch jene, die noch etwas weiter entfernt sind – quasi als „Vorwarnung“. Ein erste Testphase läuft nun an mit zunächst zwei „Bodenampeln“.

Keine Ordnungswidrigkeit

Laut Dekra sind 22 Prozent aller Verkehrstoten in der EU Fußgänger. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wird jeder zehnte Todesfall auf deutschen Straßen durch falsches Verhalten von Fußgängern verursacht. Eine Statistik über Smartphone-Unfälle von Fußgängern sucht man bislang vergebens.

Während der Blick aufs Smartphone für Autofahrer mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei enden kann, ist er für Fußgänger nicht verboten. Eine Ordnungswidrigkeit sei das nicht, sagt Michael Schossig, Sprecher der Stuttgarter Polizei. Im Landesverkehrsministerium in Stuttgart hält man von einer Bestrafung von Fußgängern auch nichts: Die Vollstreckung sei schwierig. „Wir setzen auf Aufklärung, Vernunft und Freiwilligkeit.“ (ba/dpa)