Anklage

18-Jährige streamt mutmaßliche Vergewaltigung ihrer Freundin

| Lesedauer: 2 Minuten
Monika Idems
In Columbus im US-Bundesstaat Ohio soll ein 29-Jähriger eine 17-Jährige vergewaltigt haben, während deren Mitschülerin den Übergriff live streamte.

In Columbus im US-Bundesstaat Ohio soll ein 29-Jähriger eine 17-Jährige vergewaltigt haben, während deren Mitschülerin den Übergriff live streamte.

Foto: . / iStock

Eine Schülerin in den USA hat die mutmaßliche Vergewaltigung einer 17-Jährigen gefilmt – und live über die App Periscope übertragen.

Columbus.  Eine 18-jährige US-Amerikanerin hat die mutmaßliche Vergewaltigung ihrer 17-jährigen Freundin über die App Periscope live übertragen. Der Anwalt der jungen Frau sagte bei der Anklage-Erhebung, die junge Frau habe den Übergriff gefilmt, um die Situation zu entschärfen. Die Schülerin ist – wie der 29 Jahre alte mutmaßliche Vergewaltiger – unter anderem der Vergewaltigung, Entführung und sexuellen Nötigung angeklagt. Sie bekannte sich nicht schuldig im Sinne der Anklage.

Die beiden jungen Frauen hatten den Mann am Tag vor der Tat in einem Einkaufszentrum kennengelernt, berichten US-Medien unter Berufung auf Polizeimitteilungen. Demnach hatte der 29-Jährige ihnen eine Flasche Wodka gegeben und sie zu sich eingeladen. Die 17-Jährige habe zu dem Treffen gewollt, ihre angeklagte Mitschülerin begleitete sie. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Columbus, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Ohio sei es zu dem Übergriff gekommen.

Schreie des Opfers im Video zu hören

Laut Polizeibericht kann man in dem Video mehrfach Schreie des Opfers wie „Nein, es tut so weh“, „Bitte hör auf“ und „Bitte nicht“ hören. Staatsanwalt Ron O’Brien widersprach der Darstellung des Verteidigers, dass die 18-Jährige mit dem Filmen Beweise sichern wollte und im Interesse des Opfers gehandelt habe. Sie habe vielleicht am Anfang gedacht, sie könne damit den Übergriff verhindern, sagte er dem TV-Sender WCMH – doch dann habe sie es wegen der „Likes“ für die Übertragung auf Periscope und die Kommentare der Zuschauer getan.

Der Anwalt der Angeklagten unterstrich Medienberichten zufolge dagegen, seine Mandantin habe alles getan, um die Situation zu entschärfen. Sie habe sogar während der Übertragung ihre Periscope-Follower gefragt, „Was soll ich nur tun?“ und versucht, das Opfer dazu zu bewegen, die Wohnung zu verlassen. Staatsanwalt O’Brien sagte, diese Versuche seien nur während ein paar Sekunden zu sehen – das Video sei aber zehn Minuten lang.

Angeklagte soll Minderjährige nackt fotografiert haben

Die 18-Jährige soll schon am Tag vor der Tat im Februar Nacktfotos ihrer minderjährigen Freundin gemacht habe. Erst als eine Freundin des Opfers diese Bilder sah und die Polizei alarmierte, seien die Behörden auf den Vorfall aufmerksam geworden, sagte der Staatsanwalt.

Der mutmaßliche Vergewaltiger bestreitet die Tat ebenfalls. Die 18-Jährige wurde aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem sie die Kaution in Höhe von 125.000 Dollar hinterlegen konnte. Bei einem Schuldspruch drohen den beiden Angeklagten laut Berichten in den US-Medien bis zu 40 Jahre Haft.

Ein Sprecher der Twitter-Tochter Periscope wollte sich auf Medienanfragen nicht äußern.

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