Kriminalstatistik

Pro Jahr 80.000 Fälle von Benzindiebstahl an Tankstellen

Tanken – und ohne Bezahlung davonbrausen. Spritdiebstahl ist für Tankstellen ein großes Problem. Sinkende Preise helfen ein bisschen.

Tatort Tankstelle. Benzindiebe sind für viele Pächter ein großes Ärgernis.

Tatort Tankstelle. Benzindiebe sind für viele Pächter ein großes Ärgernis.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  An den rund 15.000 deutschen Tankstellen gehört Benzinklau zum Alltag. 2015 wurden laut bundesweiter Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) knapp 80.000 Fälle von „Tankbetrug“ registriert,wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist demnach die Zahl um 7,8 Prozent zurückgegangen, was Experten mit den günstigeren Benzinpreisen begründen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Statistik im Mai vorstellen. Das Delikt wird seit 2010 in der Kriminalstatistik gesondert erfasst.

Experten vermuten eine hohe Dunkelziffer

„Die Dunkelziffer liegt nach unserer Einschätzung etwa drei Mal so hoch wie die offiziell festgestellte Zahl“, sagte Karl-Heinz Saischek, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche (BTG), der Zeitung. Er sei selbst Pächter eines Betriebes, den er mit 13 Videokameras schützen lasse. Aber das schrecke kaum ab. „Die Diebe agieren zunehmend dreister. Immer öfter verwenden sie gestohlene Kennzeichen. Weil sie wissen, wie gering ihr Entdeckungsrisiko ist, grinsen manche beim Gratistanken noch freundlich in die Kameras.“

Verfahren wegen Spritdiebstahls würden von den Staatsanwaltschaften häufig wegen der geringen Schadensumme eingestellt, so die Zeitung weiter. Besonders häufig sei der Benzinklau in Berlin mit 5830 Fällen, Frankfurt/Main, Hamburg und Köln. Den Gesamtschaden schätzten Experten auf 30 Millionen Euro pro Jahr. Begleichen müssten ihn alle Autofahrer. Denn die Mineralölkonzerne kalkulierten die „Ausfälle“ in die Preise ein. (dpa)