Mängel

Flughafen Köln/Bonn fällt bei Sicherheitstests durch

Am Flughafen Köln/Bonn ist es Kontrolleuren gelungen, Waffen durchzuschmuggeln. Die Polizeigewerkschaft reagierte mit einer Forderung.

Bei Tests im Februar wurden am Flughafen Köln/Bonn erhebliche Mängel bei der Fluggastkontrolle festgestellt.

Bei Tests im Februar wurden am Flughafen Köln/Bonn erhebliche Mängel bei der Fluggastkontrolle festgestellt.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Köln/Bonn.  Kontrolleure der EU haben bei der Fluggastkontrolle am Köln-Bonner Flughafen offenbar massive Sicherheitslücken entdeckt. In verdeckten Tests, in denen EU-Inspekteure als normale Reisende auftraten, sei es gelungen, in sechs von zwölf Fällen Waffen oder Bombenbauteile durch Röntgengeräte und am Sicherheitspersonal vorbei zu schmuggeln, wie der WDR aus vertraulichen Quellen der Bundespolizei und der betroffenen Sicherheitsfirma erfuhr. Bei den offenen Tests wiesen die Ermittler die Sicherheitsdienste zuvor daraufhin, dass sich verbotene Gegenstände im Gepäck befanden. Trotzdem war das Ergebnis hier schlechter: neun der zwölf verbotenen Gegenstände wurden vom Sicherheitspersonal laut WDR nicht entdeckt.

Die Tests sollen bereits im Februar durchgeführt worden sein, erklärte der Sender. Die Ergebnisse würden als streng vertraulich gelten und würden nicht veröffentlicht.

Der Flughafenverband ADV, der den Airport Köln/Bonn zu seinen Mitgliedern zählt, begrüßte die Überprüfungen. „Diese gehören zu einer funktionierenden Sicherheitsarchitektur“, teilte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Samstagabend mit. „Sofern hier Handlungsbedarf besteht, müssen die privaten Sicherheitsdienstleister die aufgezeigten Mängel umgehend abstellen.“

Schlechte Schulung des Personals als Ursache

Bei den Flughafenkontrollen hat die Bundespolizei die Aufsicht. Die Arbeit an den Sicherheitsschleusen übernehmen aber vielerorts private Sicherheitsdienstleister. Laut WDR stehen den 600 Bundespolizisten bundesweit rund 9000 Mitarbeiter privater Unternehmen gegenüber. Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Rückführung der Sicherheitskontrollen in staatliche Hände, heißt es in dem Bericht weiter

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, es gebe europaweit für die Kontrollen einen vorgegebenen Standard. Daran werde es trotz der Ergebnisse wohl kaum Änderungen geben.

Ende Mai 2015 hatte die EU-Kommission Deutschland bereits wegen möglicher Mängel bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen verklagt. Ende 2014 hatten Prüfer Sicherheitsrisiken an deutschen Flughäfen aufgedeckt – unter anderem in Düsseldorf und Frankfurt/Main. Laut Medienberichten gelang es den Prüfern bei jedem zweiten Versuch, Waffen oder gefährliche Gegenstände durch die Passagierkontrolle zu schmuggeln. Als Hauptgrund wurde die schlechte Schulung des Personals der beauftragten Unternehmen genannt. (bk/epd/dpa)