Zugunglück

Bad Aibling: Fahrdienstleiter soll mit Handy gespielt haben

Offenbar kam es zum Zugunglück in Bad Aibling, weil der Fahrdienstleiter auf seinem Handy spielte. Der Mann wurde festgenommen.

Beim Zugunglück in der Nähe von Bad Aibling in Bayern sind im Februar elf Menschen gestorben, 85 wurden verletzt.

Beim Zugunglück in der Nähe von Bad Aibling in Bayern sind im Februar elf Menschen gestorben, 85 wurden verletzt.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Bad Aibling/Traunstein.  Zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling mit elf Toten hat die Justiz den beschuldigten Fahrdienstleiter in Untersuchungshaft genommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ das Amtsgericht Rosenheim Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung gegen den Bahnbediensteten. Der Mann soll zum Unfallzeitpunkt auf seinem Mobiltelefon ein Computerspiel gespielt haben. „Es muss aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte dadurch von der Regelung des Kreuzungsverkehrs der Züge abgelenkt war“, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit.

Der Fahrdienstleiter habe deshalb den Zügen falsche Signale gegeben und später bei Notrufen am Funkgerät die falsche Tastenkombination gedrückt. Bei seiner Festnahme habe der Mann gestanden, mit dem Handy gespielt zu haben.

Einer der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte der Bundesrepublik

Schon früh hatte für die Ermittler festgestanden: Das Zugunglück von Bad Aibling geht auf Fehler eines Einzelnen zurück. Die Ermittler sprachen damals von einem „furchtbaren Einzelversagen“.

Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim starben am 9. Februar elf Menschen, 85 Passagiere wurden verletzt. Das Bahnunglück gilt als eines der schwersten in der Geschichte der Bundesrepublik. (dpa)