Erdogan-Affäre

Mehrheit der Deutschen will kein Verfahren gegen Böhmermann

Eine knappe Mehrheit der Deutschen steht in der Erdogan-Affäre an der Seite von Jan Böhmermann. So zeigt es eine aktuelle Umfrage.

Der Moderator Jan Böhmermann kann bei seinem Streit mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf den Rückhalt einer Mehrheit der Deutschen setzen. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage.

Der Moderator Jan Böhmermann kann bei seinem Streit mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf den Rückhalt einer Mehrheit der Deutschen setzen. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Köln.  In der Affäre um das Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann spricht sich laut einer Umfrage die Mehrheit in Deutschland gegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus. 54 Prozent der Befragten finden laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov die Ermittlungen gegen den Satiriker „ganz und gar nicht angemessen“. Lediglich sechs Prozent befürworten diese.

Der 35-jährige Moderator hatte in seiner Fernsehsendung ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgetragen – und vorher ausdrücklich darauf hingewiesen, dass so etwas in Deutschland nicht erlaubt sei. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Inhalt des Schmähgedichts spaltet die Nation

Unentschlossen sind die Deutschen der Umfrage zufolge bei der Frage, wie sie den Inhalt des Gedichtes selbst bewerten. 20 Prozent der Befragten sprechen sich für das Gedicht mit seinen beleidigenden Formulierungen aus, 28 Prozent empfinden es als „eher angemessen“. 20 Prozent bewerten den Inhalt als tendenziell unangemessen. Neun Prozent lehnen den Beitrag ab.

Die Reaktion der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehen die Befragten kritisch: 41 Prozent finden, dass Merkels Äußerung nicht angemessen war. Sie hatte gegenüber dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu den Beitrag als „bewusst verletzend“ bezeichnet. Nur sechs Prozent finden ihre Reaktion gut.

An der Online-Umfrage nahmen 1413 Personen teil. 440 Befragte gaben an, nichts von dem Gedicht mitbekommen zu haben. (dpa)