Photobomb

Wie Bundespräsident Gauck den Fotobomber machte

Bundespräsident Gauck lockert eine ernste Veranstaltung im Schloss Bellevue auf. Einer Journalistin platzt er von hinten ins Bild.

Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Empfang in Belgien. Im Berliner Schloss Bellevue photobombte er nun eine WDR-Redakteurin.

Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Empfang in Belgien. Im Berliner Schloss Bellevue photobombte er nun eine WDR-Redakteurin.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin.  Symposien im Berliner Schloss Bellevue sind meist eher staatstragende Veranstaltungen: Am Donnerstag sprach Joachim Gauck dort über Integrationspolitik, Asylverfahren und Einwanderung. Die Debatte in sozialen Netzen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise sei „zum Teil unerträglich“, sagte der Bundespräsident.

Kurz darauf lockerte Gauck das Treffen selbst auf – zumindest am Rande. Und das hing auch mit den sozialen Medien zusammen.

Die WDR-Journalistin Isabel Schayani übertrug live auf Facebook für die Sendung „WDRforyou“, die speziell auf Flüchtlinge zugeschnitten ist. „Wir sind hier im Schloss Bellevue und Bundespräsident Gauck hat eingeladen“, sagt sie in die Kamera. Unverhofft tauchte im Bildhintergrund plötzlich ein älterer Herr auf, guckt ernst in die Kamera, bis ein herzhaftes Lachen aus ihm herausbricht.

„Haha!“, lacht der Bundespräsident sichtlich amüsiert. Die WDR-Redakteurin schaut erst ein bisschen irritiert, lässt sich dann anstecken und fragt heiter: „Wissen Sie, was wir gerade machen?“ – „Neee!“, antwortet der Bundespräsident unumwunden. „Wir streamen live für die Flüchtlinge“, erklärt die Journalistin. „Ist ja toll“, sagt Gauck.

Der Beliebtheit des Bundespräsidenten dürfte das sicherlich nicht schaden. Nicht nur viele Bürger, sondern auch diverse Politiker wünschen sich ab 2017 eine zweite Amtszeit von ihm. Auch Kanzlerin Merkel hatte sich dafür ausgesprochen.