Verleihung in Berlin

Helene Fischer räumt ab: Die Gewinner des Echo 2016

Der Echo ist zum 25. Mal vergeben. Es gab viel Jubel. Berlins Kulturstaatssekretär übte an einem Gewinner nach der Show Kritik.

Sängerin Helene Fischer bekam vier Echos verliehen.

Sängerin Helene Fischer bekam vier Echos verliehen.

Foto: Clemens Bilan / dpa

Berlin.  Gleich über vier Preise konnte sich Helene Fischer bei der 25. Echo-Verleihung freuen. In der wichtigen Kategorie „Album des Jahres“ setzte sie sich gegen Sarah Connor und Adele durch. Aber auch Connor ging nicht leer aus. Die Sängerin nahm in Berlin sehr gerührt und mit zittriger Stimme die Auszeichnung als beste nationale Künstlerin in der Kategorie Rock/Pop entgegen. Sie gewann gegen Lena, Namika, Nena und Oonagh.

Die Band Pur – von einem Konzert in Bremen zugeschaltet – erhielt den Echo als beste nationale Band in der Kategorie Rock/Pop. Sie setzten sich gegen The BossHoss, Revolverheld, Silbermond und Unheilig durch.

Ebenfalls per Video bedankte sich der belgische DJ Lost Frequencies, der die begehrte Trophäe für den Hit des Jahres abräumte. Der Musiker wurde für seinen Song „Are You with Me“ ausgezeichnet. Leer gingen in dieser Kategorie unter anderem Adele und Sido aus. In der Kategorie Schlager siegte Vanessa Mai (Wolkenfrei) mit „Wachgeküsst“.

Echo für Frei.Wild

Die umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild gewann den Echo in der Sparte Rock/Alternative National. Die Band war 2013 beim Echo noch von der Nominierungsliste gestrichen worden, nachdem andere Gruppen wie Kraftklub mit einem Boykott gedroht hatten. Im Sommer sprachen sich die Südtiroler auf ihrer Internetseite gegen Fremdenhass aus. Die Band erklärte bei der Preisverleihung, sie wolle den Echo in der Öffentlichkeit als Symbol für Widerstand gegen Ausgrenzung präsentieren.

Tim Renner, Musikproduzent und Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, schrieb direkt im Anschluss an die Übergabe des Preises an Frei.Wild bei Facebook: „Puh, Frei.Wild einen Echo zu geben ist wie mit der AfD koalieren.“

Bosse provoziert mit Stinkefinger

Neben den Preisträgern standen auch die performenden Künstler im Mittelpunkt. Unter anderem traten The Weeknd, Xavier Naidoo und Bosse auf. Letzterer sendete am Ende seines Songs „Steine“ noch einen Stinkefinger-Gruß an alle „Nazi-Schweine“.

Auch verstorbenen Musikgrößen wie Roger Cicero oder David Bowie wurde während der Gala gedacht.

Gewohnt schlagfertig begrüßte Gala-Moderatorin Barbara Schöneberger am Donnerstagabend in Berlin die Größen der deutschsprachigen Musikszene – internationale Prominenz war eher spärlich vertreten. Im Saal saßen unter anderem Udo Lindenberg, Namika, Tim Bendzko, Anna Loos und ihre Band Silly sowie Amy Macdonald.

Favorit des Abends mit gleich vier Echo-Nominierungen war Rapper Sido („Astronaut“/Sido feat. Andreas Bourani). In 31 Kategorien sollte der Deutsche Musikpreis vergeben werden. Ausgezeichnet werden jährlich die erfolgreichsten Künstler unter anderem aus den Bereichen Schlager, Rock/Pop, volkstümliche Musik, Dance und Crossover.

Das sind die Preisträger 2016

Album des Jahres: Helene Fischer („Weihnachten“)

Hit des Jahres: Lost Frequencies („Are you with me“)

Künstlerin Rock/Pop National: Sarah Connor

Künstler Rock/Pop National: Andreas Bourani

Band Rock/Pop National: Pur

Schlager: Vanessa Mai (Wolkenfrei)

Volkstümliche Musik: Santiano

Lebenswerk: Puhdys

Soziales Engagement: Roland Kaiser

Hip-Hop/Urban National: Kollegah

Nationaler Act im Ausland: Robin Schulz

Dance National: Robin Schulz

Rock Alternative/National: Frei.Wild

Rock Alternative/International: Iron Maiden

Crossover: Helene Fischer

Live-Act National: Helene Fischer

Musik-DVD/Blu-Ray: Helene Fischer

Newcomer National: Joris

Newcomer International: James Bay

Kritikerpreis National: Joris

Radio-Echo: Joris

Künstlerin Rock/Pop International: Adele

Künstler Rock/Pop International: Ed Sheeran

Band Rock/Pop International: Coldplay

Hip-Hop/Urban International: Dr. Dre

Dance International: Lost Frequencies

Bestes Video national: Udo Lindenberg und Kim Frank

Produzent des Jahres: Alex Christensen

(jei/dpa)