Brüssel –

Erstmals wieder mehr Tote auf Europas Straßen

Brüssel.  Auf den Straßen Europas sind seit Jahren erstmals wieder mehr Menschen gestorben. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor, der am Donnerstag in Brüssel vorgestellt wurde. Demnach stieg die Zahl der Verkehrstoten seit 2001 wieder an. 2015 starben 26.000 Menschen durch Verkehrsunfälle, 2014 waren es 100 weniger. Die Zahl der Verkehrstoten lag der Statistik zufolge EU-weit im Jahr 2015 bei 51,5 Opfern pro eine Million Einwohner und ist damit auf ähnlich hohem Niveau wie in den beiden Vorjahren. Zwischen 2012 und 2013 sank die Zahl der Verkehrstoten noch um 8 Prozent.

Die Länder mit den wenigsten Verkehrstoten pro eine Million Einwohner sind laut Bericht Schweden (27) und die Niederlande (28). Am schlechtesten schneiden Rumänien und Bulgarien (beide 95) ab. Deutschland liegt im unteren Mittelfeld: Dort starben 43 Menschen pro eine Million Einwohner im Straßenverkehr, ein Anstieg um drei Prozent.

Am schlimmsten sei es, den Blick ganz von der Fahrbahn abzuwenden, sagt Peter Kiegeland, der beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen die Sektion Verkehrspsychologie leitet. „Das ist wie das Fahren bei Nacht ohne Licht.“ Ein zweisekündiger Blick auf das Mobiltelefon sorgt bei 100 km/h für 60 Meter blindes Fahren, erklärt der Auto Club Europa.