Tokio/Seoul –

Tokio: Japanische Polizei fasst 23 Jahre alten Kindesentführer

Er hielt ein Mädchen zwei Jahre in Hochhauswohnung gefangen

Tokio/Seoul. Als die Polizisten den Kidnapper um drei Uhr morgens in der Küstenstadt Ito stellten, fanden sie einen blutüberströmten Mann vor, das Teppichmesser an der Kehle. Der 23-Jährige wollte sich offenbar töten. In einem Krankenhaus wartet Terauchi Kabu nun auf seine Haftstrafe.

Im März 2014 entführte er ein damals 13-jähriges Schulmädchen mit einem perfiden Trick: Er log, dass ihre Eltern sich scheiden ließen und lockte so das Opfer in sein Auto – er werde sie zu einem Anwalt fahren. Für mehr als zwei Jahre blieb sie in seiner Gewalt. Noch am selben Tag tauchte ein Brief im Postkasten der Eltern auf, geschrieben in der Handschrift der Entführten. „Sucht bitte nicht nach mir“, stand dort geschrieben; und eine Woche später: „Es tut mir leid, aber ich komme fürs Erste nicht zurück.“ Am Sonntag jedoch vergaß er, bei einem Einkaufstrip die Tür hinter sich abzuschließen. Die mittlerweile 15-Jährige floh zur nächsten Bahnstation, von wo aus sie ihre Eltern anrief. Das Facebook-Profil des Täters zeigt einen verhaltensunauffälligen jungen Mann, der auf seinem Profilbild im Cockpit eines Segelflugzeuges posiert.

Sein letzter öffentlicher Post stammt von 2013: Es ist ein Foto, das sich über die Eigenheiten der deutschen Sprache amüsiert. Es zeigt auf der linken Seite sechs englische Redewendungen, die im Deutschen allesamt mit einem simplen „Bitte“ übersetzt wurden. „Lol“, hat der 23-Jährige kommentiert. Erst diesen Monat schloss er sein Ingenieurstudium an der renommierten Chiba University ab. Der erste Arbeitsvertrag war bereits unterschrieben.