Foto mit Entführer

Wie das Selfie in der entführten Egypt-Air-Maschine entstand

Der Brite Ben Innes schoss ein Selfie mit dem Flugzeugentführer Seif Eldin Mustafa. Ein Video zeigt, wie es dazu kam.

Flugzeugentführer Seif Eldin Mustafa, irgendwie bedrückt wirkend, und Geisel Ben Innes, offenbar guter Dinger. Ein Flugbegleiter machte das Foto.

Flugzeugentführer Seif Eldin Mustafa, irgendwie bedrückt wirkend, und Geisel Ben Innes, offenbar guter Dinger. Ein Flugbegleiter machte das Foto.

Foto: FMG

Der Schotte Ben Innes ist der Mann, der im entführten Flug MS181 der Egyptair nichts Besseres zu tun hatte, als sich mit dem Entführer Seif Eldin Mustafa fotografieren zu lassen.

Jetzt ist ein Video eines Passsagiers aufgetaucht, das zeigt, wie es zu dem Foto kam. Zunächst sprechen zwei Stewardessen mit Eldin Mustafa, übersetzen offenbar Innes’ Anliegen ins Arabische. Eine Flugbegleiterin ruft Innes schließlich mit den Worten „Sie können das Foto jetzt machen“ nach hinten. Der stellt sich breit grinsend neben den Entführer, der damit gedroht hatte, einen Sprengstoffgürtel an seinem Körper zu zünden, und lässt sich von einer der Stewardessen ablichten. Danach kehrt Innes zu seinem Sitz zurück.

Das Bild schickte der 26-Jährige dann über einen Messaging-Dienst an Freunde: „Ihr wisst, Euer Kumpel macht sich nicht in die Hosen. Macht mal die Nachrichten an, Jungs“, schrieb er dazu.

Ein Selfie im engeren Sinn ist das Foto allerdings gar nicht. Es wurde ja augenscheinlich nicht von Innes selbst aufgenommen. Trotzdem erfüllt es zwei wichtige Selfie-Definitionen. Es wurde mit einem Smartphone gemacht - und zwar zweitens mit der Absicht, es in den sozialen Medien zu verbreiten.

Die Entführung selbst ging glimpflich aus. Der Airbus, der sich auf einem Inlandsflug von Alexandria nach Kairo befand, landete außerplanmäßig in Larnaka auf Zypern. Die Geiseln kamen frei. Der Entführer soll seelisch instabil sein und aus Liebeskummer gehandelt haben. Der vermeintliche Sprengstoffgürtel entpuppte sich als Attrape.