Fossilien

Fund in Kasachstan: Letztes Einhorn starb vor 30.000 Jahren

Sie hatten wenig von dem, was Einhörner so märchenhaft macht: Forscher haben in Kasachstan Fossilien der letzten Einhörner gefunden.

Das letzte Einhorn auf der Suche nach seinen verschwundenen Artgenossen. Eine Szene aus dem Zeichentrickfilm von 1982.

Das letzte Einhorn auf der Suche nach seinen verschwundenen Artgenossen. Eine Szene aus dem Zeichentrickfilm von 1982.

Foto: imago stock&people / imago/United Archives

Tomsk.  Sie wurden bis zu 4,50 Meter lang, sie hatten eine Schulterhöhe von zwei Metern und konnten gut und gerne vier Tonnen wiegen: Einhörner lebten, und sie sind vielleicht noch dem Menschen begegnet, ehe sie ausgestorben sind. Diesen Schluss lässt ein Fund russischer Forscher zu. Sie haben die bislang jüngsten Überreste eines sibirischen Einhorns gefunden. So wird auch eine Tierart auch bezeichnet, deren Verschwinden die Wissenschaft bislang auf eine Zeit vor 350.000 Jahren datiert hatte.

Doch als vor 35.000 Jahren die ersten Vorfahren des heutigen Menschen durch Kasachstan und Sibirien streiften, sahen sie möglicherweise auch noch die Elasmotheriums, die großen, bisonartigen Tiere mit großem Horn auf der Stirn. Alleine der Unterbau des Horns war eine 15 Zentimeter dicke Wölbung, darauf dann das eigentliche Horn. Wie das aussah, ist unklar, weil Horn aus Keratin besteht und das die Jahrtausende nicht überdauert.

Versteinerte Knochen dagegen werden auch nach vielen Zehntausenden Jahren noch gefunden. Und solche braun-grauen Fragmente des Schädels eines Elasmotheriums werteten Wissenschaftler um den Paläontologen Andrey Shpanski von der staatlichen Universität Tomsk aus, wie sie in ihrer Veröffentlichung für das „American Journal of Applied Science“ schreiben. Die Funde stammen aus dem Ort Kozhamzhar in der kasachischen Region Pavlodar.

Die Forscher halten nun nach der Untersuchung mit verschiedenen Methoden fest, dass ihr Fund aus dem Zeitraum zwischen 28.985 und 27.490 vor Christus stammen muss – irgendwann in dieser Zeit also starb das letzte bisher bekannte Einhorn.

Die Forscher sehen durch ihre Entdeckung die Möglichkeit gegeben, dass auch andere Tierarten deutlich später ausgestorben sein könnten als bisher angenommen.

Verwandt ist das Elasmotherium mit den Nashörnern. Das asiatische Panzer- und das fast ausgestorbene Java-Nashorn haben übrigens auch nur ein Horn – ganz ausgestorben sind „Einhörner“ also doch nicht.

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