Hamburg –

Prozess um Millionenbetrug

Ärzte sollen falsch abgerechnet haben

Hamburg.  Mit falschen Verordnungen und Abrechnungen von Röntgenkontrastmitteln sollen ein Hamburger Radiologe, sein Geschäftsführer und ein Apotheker die Krankenkassen um mehr als 34 Millionen Euro geschädigt haben. Vor dem Hamburger Landgericht begann der Prozess gegen den kaufmännischen Geschäftsführer und gegen den Apotheker.

Die Gesellschaft des Radiologen soll in großen Mengen Röntgenkontrastmittel bei dem Arzneimittelgroßhandel des 66 Jahre alten Apothekers gekauft und die Mittel in Einzeldosen abgerechnet haben, wie der Staatsanwalt in seiner Anklage erklärte. Die Gewinne aus dem Mengenrabatt sollen zu 95 Prozent an die inzwischen insolvente Radiologie-Gesellschaft Hanserad geflossen sein.

Der ebenfalls angeklagte Inhaber von Hanserad wurde im November vergangenen Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen. Die Hamburger Behörden haben ein Auslieferungsersuchen gestellt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Darüber wurde aber noch nicht entschieden.

Der angeklagte ehemalige Hanserad-Geschäftsführer wies die Vorwürfe in einer schriftlichen Erklärung vor Gericht zurück. Es habe keinen Tatplan gegeben. Das Geschäftsmodell sei von Rechtsanwälten konzipiert worden. Er sei davon ausgegangen, dass es nicht rechtswidrig sein könne. Anwalt Bertram Börner sagte nach der Verhandlung, er erwarte, dass sein Mandant freigesprochen wird. Das Gericht hat weitere 18 Verhandlungstermine bis zum 21. Juni angesetzt.

( dpa )

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