Tarragona –

Zwei Deutsche starben beim Busunglück

| Lesedauer: 2 Minuten
Ralph Schulze

13 Studentinnen kamen bei der Tragödie in Spanien ums Leben

Tarragona. Draußen wehen die Flaggen auf Halbmast. Drinnen, im Foyer der Universität von Barcelona, fließen Tränen: Studenten und Dozenten legen Blumen auf einem mit roter Samtdecke bedeckten Tisch ab, zünden Kerzen an. Schweigend starren sie auf diese improvisierte Gedenkstätte für die Opfer jener Bustragödie, bei der am Sonntagmorgen 13 internationale Austauschstudentinnen starben, die hier ein Auslandssemester verbracht hatten. Manche weinen, suchen Trost in einer Umarmung. „Ihr seid nicht allein“, steht auf einer Seite der insgesamt vier Kondolenzbücher.

Einen Tag nach dem Horrorunglück auf der Autobahn zwischen den Mittelmeerstädten Valencia und Barcelona gaben die örtlichen Behörden die Nationalitäten der durchweg weiblichen Todesopfer bekannt: Sieben Italienerinnen, zwei Deutsche, eine Österreicherin, eine Französin, eine Rumänin und eine Frau aus Usbekistan. Zudem waren mehr als 40 Studenten verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich zwei Deutsche und eine Schweizerin. Insgesamt saßen Studenten von 19 Nationen im Unglücksbus.

Die toten Studentinnen seien zwischen 19 und 25 Jahren alt gewesen, berichtete Jordi Jané, der Innenminister der nordspanischen Region Katalonien. Die meisten waren mit dem europäischen Erasmus-Austauschprogramm für ein halbes Jahr nach Barcelona gekommen, um ihr Studium durch einen Auslandsaufenthalt zu bereichern und um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Spanien ist wegen seiner Fiesta-Kultur und seines milden Klimas das beliebteste Ziel der europäischen Austauschstudenten.

Der Ausflug zum Fallas-Frühlingsfest nach Valencia ist jedes Jahr einer der Höhepunkte für die internationalen Studenten in Barcelona. „Auf nach Valencia, um eines der berühmtesten Feste des Landes zu entdecken“, hatte die Studentenorganisation Erasmus Student Network geworben. 20 Euro kostete der 24-Stunden-Trip. „Geschlafen wird dann auf der Rückfahrt“, hieß es in der Einladung.

Fünf vollbesetzte Busse waren am Samstagmorgen von Barcelona nach Valencia gefahren. Nach einem langen Tag und durchfeierter Nacht ging es Sonntagmorgen wieder zurück. Doch für die 60 Studenten des letzten Busses der Karawane war die Heimfahrt in einer Tragödie geendet.

Nach den bisherigen Ermittlungen prallte das Fahrzeug auf der Autobahn AP-7 auf gerader Strecke erst gegen die rechte Leitplanke, schleuderte dann nach links, überschlug sich und blieb auf der Gegenfahrbahn liegen. Die Polizei vermutet, dass der Fahrer, der beim Unfall verletzt worden war, kurz eingeschlafen war und deswegen die Kontrolle verloren hatte.

Ein Alkoholtest verlief negativ, auch eine technische Panne gilt als unwahrscheinlich. Gegen den Buslenker wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

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