Washington –

„Seaworld“ beendet seine berühmten Orca-Shows

Dirk Hautkapp

Wale sollen nicht mehr gezüchtet und trainiert werden

Washington.  Der „Seaworld“-Konzern stellt seine von über 400 Millionen Zuschauern besuchten Shows mit Orcawalen ein. In San Diego werden die letzten akrobatischen Kunststücke der bis zu acht Metern langen Riesen Ende 2016 gezeigt. In San Antonio und Orlando endet das Spektakel 2019. Die Züchtung der Schwertwale, die über fünf Tonnen schwer werden, wird ab sofort eingestellt. Die Orcadame Takara, gerade trächtig, wird das letzte Jungtier in Gefangenschaft zur Welt bringen. Joel Manby, Chef des an der Börse notierten „Seaworld“-Unternehmens, zieht damit die Konsequenzen aus einem seit Jahren schwelenden Streit mit Tierschützern. Sie kritisieren die Haltung der Orcas, die von ihren Dompteuren täglich gedrillt werden, als nicht artgerecht.

Wendepunkt war der 24. Februar 2010. In Orlando tötete der Orcabulle Tilikum seine Trainerin Dawn Brancheau vor den Augen entsetzter Zuschauer, darunter waren etliche Kinder. Die Katastrophe wurde von „Seaworld“ hemdsärmelig als seltene Panne eingestuft. Tilikum kehrte nach kurzer Pause als Hauptattraktion in den Vergnügungspark zurück.

Erst vor wenigen Monaten drehte „Seaworld“ bei und kündigte eine schleichende Revolution an: Schluss mit Shows, in denen sich die Riesen aus dem Wasserbecken wuchten. Stattdessen sollen die Orcas künftig in einer künstlichen Seenlandschaft gehalten werden, die, so Manby, auf das „natürliche Verhalten“ der Tiere abgestimmt ist. Bisher, so die Tierschutzorganisation Humane Society, der sich „Seaworld“ künftig als Partner verpflichtet fühlt, „weiß niemand genau, wie das aussieht.“

„Seaworld“ hat zurzeit 29 Orcas in Betreuung. Der Konzern lehnt die Forderung von Tierschützern ab, die Wale in Freiheit zu entlassen. „Sie würden verenden“, behauptet „Seaworld“.

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