Ertrinkungstod

Viele Flüchtlinge darunter: DLRG zählte 2015 mehr Badetote

Die DLRG registriert einen starken Anstieg von Badetoten. 488 Menschen starben 2015, der Anteil von Flüchtlingen darunter war hoch.

Ein Rettungsschwimmer der DLRG überwacht im August 2015 die Nordseelagune in Butjadingen (Niedersachsen). Im Meer ertranken im vergangenen Jahr in Deutschland vergleichsweise wenige Menschen.

Ein Rettungsschwimmer der DLRG überwacht im August 2015 die Nordseelagune in Butjadingen (Niedersachsen). Im Meer ertranken im vergangenen Jahr in Deutschland vergleichsweise wenige Menschen.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Hannover.  Nach einem heißen und langen Sommer hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eine negative Bilanz vorgelegt: Im Jahr 2015 gab es bundesweit 488 Badetote, wie die DLRG am Donnerstag in Hannover mitteilte. Das sind etwa 25 Prozent mehr als noch 2014, was den höchsten Stand seit neun Jahren bedeutet.

Allein in den Monaten Juni und August kam es zu 254 tödlichen Badeunfällen. Unfallschwerpunkte sind vor allem Binnengewässer wie Flüsse, Seen und Teiche. 80 Prozent der Unfälle ereigneten sich hier. In der Nordsee ertranken dagegen nur drei Menschen, elf Opfer wurden in der Ostsee gezählt.

Die DLRG erklärt das damit, dass in fast allen Badeorten an den Küsten Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen. DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje: „Unser Konzept eines zentralen Wasserrettungsdienstes hat sich selbst bei einem großen Ansturm von Badegästen und Wassersportlern in der Hauptsaison bewährt.“ Das Risiko, in unbewachten Gewässern zu ertrinken, sei um ein Vielfaches größer als in Bädern und an Küsten, die von Rettungsschwimmern bewacht werden.

Die meisten Opfer in Bayern

Die meisten Ertrunkenen wurden in Bayern gezählt – laut DLRG-Statistik 112 Menschen. Es folgte Nordrhein-Westfalen mit 70 tödlichen Wasserunfällen. Vier von fünf Ertrunkenen waren Männer – ein Fingerzeig auf eine häufige Ursache der Unfälle: Selbstüberschätzung und Übermut. 97 Opfer waren Kinder oder junge Erwachsene bis 25.

Erstmals wurden auch die Zahlen, der beim Baden ertrunkenen Flüchtlinge separat erhoben. Mit 27 Toten bereitet diese Gruppe der DLRG große Sorgen, gemessen am Anteil an der Bevölkerung ist ihr Anteil an den Opfern ausgesprochen hoch. Eine erste Konsequenz: Die Baderegeln der DLRG wurden in mehr als 25 Sprachen übersetzt. (law/dpa)