Bildersammlung

Projekt sammelt im Netz „Maklerfotos aus der Hölle“

In Großstädten ist es nicht leicht, eine geeignete Wohnung zu finden. Ein Blog sammelt die schlimmsten Fotos von Wohnungsangeboten.

Beim Hauskauf gilt es auch auf die Ausstattung des Wohnzimmers zu achten.

Beim Hauskauf gilt es auch auf die Ausstattung des Wohnzimmers zu achten.

Foto: Andy Donaldson / DuMont

Berlin.  Günstige Kreditzinsen treiben die Immobilienpreise momentan in die Höhe. Dass hohe Preise nicht immer Qualität bedeuten, zeigt ein Blick in die Anzeigenportale im Internet. Der Schotte Andy Donaldson liefert in seinem Blog den Beweis dafür, wie billig, skurril und ungewöhnlich Maklerfotos aussehen können.

Der Schotte sammelt auf seinem Blog die schlimmsten Fotos aus Immobilienannoncen und hat mit den skurrilen Bildern schon Zehntausende Fans in sozialen Netzwerken gesammelt. Für ein Buchprojekt mit dem Titel „Maklerfotos aus der Hölle“ hat Donaldson die schlimmsten Bilder aus seinem Fundus herausgesucht. Auf den Fotos sind beispielsweise architektonische Kunstwerke wie Fensterrahmen in Penisform oder aber schaurige Flecken auf Teppichen zu sehen, die eher an das Kinoplakat eines Horrorfilms denn an eine Wohnungsanzeige erinnern.

Um die Fehler und Auffälligkeiten der Bilder zu erkennen, bedarf es nicht mal eines geschulten Auges. So ist auch Andy Donaldson kein Fachmann. Er arbeitet bei einer Bank, hat dort aber wenig mit dem Immobiliensektor zu tun. Das Erlebnis, das Donaldsons bis dahin ungeschultes Auge öffnete, war die eigene Wohnungssuche in London, wie er dieser Redaktion berichtete.

Donaldson arbeitete sich durch den schwierigen Wohnungsmarkt in der britischen Hauptstadt und war geschockt. Doch es waren nicht die horrenden Preise oder Unmengen von Mitbewerbern, sondern Fotos einer Anzeige, die ihn staunen ließen. Zu einer Wohnung hatte der Makler Fotos hochgeladen, die alle um 45 Grad gekippt waren. Nur mit viel Fantasie konnte sich der Banker so ein Bild von der Wohnung machen. Die Wohnung hat er dann allerdings nicht genommen, umgezogen ist er seit dem Fund der Fotos auch nur noch einmal.

Mit den gekippten Fotos startete die Webseite „Terrible Real Estate Agent Photographs“. Auf den dazugehörigen Facebook- und Twitter-Profilen teilt Andy Donaldson ebenfalls die Fotos. Mittlerweile gibt es die Fotos auch in Buch- und sogar in Kalenderform. In der deutschen Fassung trägt das Buch den Titel „Maklerfotos aus der Hölle“. Nach eigenen Angaben hat der Blogger mittlerweile auch viele Fans in Deutschland. „Einige der besten Einsendungen erhalte ich aus Deutschland.“, sagt Donaldson und ergänzt: „Habe ich ‘beste’ gesagt? Ich meine natürlich die schlimmsten“. Die Fotos in Deutschland zeichneten sich laut Andy Donaldson vor allem durch fragwürdige Inneneinrichtungen aus. Als Beispiel nennt er ein komplett gelb gestaltetes Zimmer, mit dem in einer Anzeige geworben wurde.

Eine der wichtigsten Fragen wird in dem Buch „Maklerfotos aus der Hölle“ leider nicht beantwortet: Was denken sich Makler bei solchen Fotos? Zwar hat der Autor versucht, die Urheber der Bilder zu befragen, doch wollte sich keiner nachträglich zu seinen Werken äußern. Weil aber viele Facebook-Fans und Twitter-Follower selbst im Immobiliengeschäft tätig sind, geht Donaldson davon aus, dass sie die Geschichten mit Humor nehmen.

Der schottische Autor will trotz der abstoßenden Fotos den Glauben an gute Angebote auf dem Immobilienmarkt nicht komplett zerstören. So habe er einige der unschönen Gärten besucht und sagt dazu: „Die Realität ist in der Regel nicht so schlimm wie es die Fotos annehmen lassen.“

Maklerfotos aus der Hölle, DuMont-Verlag, 12,90 Euro.