Flugzeugabsturz

Germanwings-Unfall: Weitere Leichenteile werden beigesetzt

Erneut wurden Überreste einiger Opfer des Germanwings-Absturzes vor einem Jahr gefunden. Nun steht eine weitere anonyme Beerdigung an.

Ein Kreuz eines alten Grabes auf dem Friedhof in Le Vernet in Frankreich. Hier befindet sich die Gemeinschaftsgrabstelle für die Opfer des Absturzes vom Germanwingsflug 4U 9525.

Ein Kreuz eines alten Grabes auf dem Friedhof in Le Vernet in Frankreich. Hier befindet sich die Gemeinschaftsgrabstelle für die Opfer des Absturzes vom Germanwingsflug 4U 9525.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Le Vernet.  In einem Gemeinschaftsgrab im französischen Le Vernet sollen weitere Leichenteile von Opfern der Germanwings-Katastrophe vor fast einem Jahr beigesetzt werden. Die sterblichen Überreste seien im Zuge der abschließenden Arbeiten an der Absturzstelle geborgen worden, teilte der Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa den Angehörigen am Montag mit. Nach dem der dpa vorliegenden Schreiben soll die Nachbestattung am Donnerstag erfolgen.

Insgesamt handele es sich „um einige wenige menschliche Überreste, die nach ihrer Bergung von der Gendarmerie Digne-les-Bains entsprechend den gesetzlichen Vorschriften in Gewahrsam genommen wurden“, heißt es in der Benachrichtigung. Die Freigabe für die Bestattung sei vor wenigen Tagen erteilt worden.

Angehörige können Ende März Abschied nehmen

An der Zeremonie teilnehmen sollen der Pater der Kirchengemeinde Seyne-les-Alpes, Jean Lumbala Marin, sowie der Bürgermeister von Le Vernet, François Balique. Bereits im Juli wurden auf dem Friedhof des Ortes mit rund 130 Einwohnern die sterblichen Überreste beigesetzt, die sich nicht mehr einzelnen Opfern zuordnen ließen.

Lufthansa kündigte an, die Angehörigen hätten am 24. März die Möglichkeit, Abschied zu nehmen. Am Jahrestag des Unglücks sind Gedenkfeiern in Le Vernet, das der Absturzstelle am nächsten ist, sowie der für den Unglücksort zuständigen Gemeinde Prads-Haute-Bléone vorgesehen. Am Vortag plant die Lufthansa für die Angehörigen eine Veranstaltung in Marseille.

Erneut war eine Schülergruppe aus Haltern in Spanien

Der Germanwings-Copilot Andreas Lubitz hat nach Überzeugung der Ermittler den Airbus A320 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht, als er allein im Cockpit war. Alle 150 Menschen an Bord starben in den französischen Alpen, darunter auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen einer Schule aus Haltern in Nordrhein-Westfalen, die auf dem Rückweg von einem Schüleraustausch waren.

Eine Schülergruppe des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern war vor wenigen Tagen wieder zu einem Besuch ihrer spanischen Partnerschule bei Barcelona aufgebrochen. Am Dienstagabend kehren sie zurück. (dpa)