Terrorismus

Paris-Attentäter tauchen in geheimen IS-Dokumenten auf

Personalakten der Terrormiliz IS enthalten Informationen über die Terroristen der Pariser Anschläge. Eine wichtige Akte fehlt jedoch.

Terroristen verübten im November 2015 mehrere Anschläge in Paris. So auch auf die Konzerthalle Bataclan, die in der Folge zur Gedenkstätte wurde. (Archivbild)

Terroristen verübten im November 2015 mehrere Anschläge in Paris. So auch auf die Konzerthalle Bataclan, die in der Folge zur Gedenkstätte wurde. (Archivbild)

Foto: imago

Berlin.  Die Terrormiliz führt penibel Buch über seine Mitglieder und Unterstützer. Wie aus jüngst aufgetauchten Akten des sogenannten Islamischen Staates (IS) hervorgeht, sollen in den Akten auch drei Attentäter von Paris vermerkt sein. Dies geht aus Recherchen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ hervor.

So seien drei der Terroristen vermerkt, die am 13. November 2015 an dem Massaker in der französischen Hauptstadt beteiligt waren, wie der WDR am Freitag mitteilte. Sie seien 2013 und 2014 in die vom IS beherrschten Gebiete eingereist. Auf den Personalbögen hätten sie lediglich angegeben, für die Terrormiliz kämpfen zu wollen, einen Einsatz als Selbstmordattentäter kreuzten sie demnach nicht an.

An anderer Stelle finde sich der mutmaßliche Kopf der Gruppe, Abdelhamid Abaaoud, der offenbar mit seinem Kampfnamen Abu Omar Al-Beljiki als Bürge für die Einreise eines weiteren französischen Islamisten in den IS-Machtbereich fungiert habe. Der Einreisebogen von Abaaoud selbst befinde sich nach einer ersten Analyse nicht in den Unterlagen. Der belgische Islamist war bei einer Razzia erschossen worden. Die Auswertung der Dokumente könnte zur Aufklärung der Hintermänner von Paris beitragen, wie es heißt.

Bei der Anschlagsserie in Paris hatten IS-Extremisten 130 Menschen getötet. In dieser Woche waren – offenbar als Teil eines größeren IS-Datenlecks – Angaben zu 22.000 Dschihadisten der Terrormiliz aufgetaucht. Die Dokumente stammen den Angaben zufolge überwiegend aus den Jahren 2013 und 2014 und wurden von der „General-Grenz-Verwaltung“ des IS angelegt. Da es zahlreiche Dopplungen in dem Material gebe, sei allerdings die Zahl der tatsächlich vom IS registrierten Kämpfer erheblich niedriger. Nach einer ersten Auswertung soll das Material wenige Tausend Einzelpersonen betreffen, darunter mindestens 100 Deutsche. (dpa)

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