Galerie Camera Work

Nackte Haut in der Camera Work Berlin

Ab heute zeigt die Galerie Camera Work Bilder von Vater und Sohn Demarchelier. Campbell, Moss und Garn zeigen viel nackte Haut.

Fotograf Victor Demarchelier ist bereits am Donnerstag aus New York nach Berlin gereist, um die Ausstellung in der Galerie Camera Work zu eröffnen

Fotograf Victor Demarchelier ist bereits am Donnerstag aus New York nach Berlin gereist, um die Ausstellung in der Galerie Camera Work zu eröffnen

Foto: Reto Klar

Da steht sie. Blond, jung, schön und ziemlich nackt. Fünf Minuten hat es gedauert. Er war aufgeregt vorher, das ist er immer. „Natürlich, das wird sich auch nie ändern. Ich bin schließlich ein Mann“, sagt er.

Sie heißt Toni Garrn, ist 23 und ein Supermodel. Er heißt Victor Demarchelier und lebt davon, Traumfrauen wie Garrn in Szene zu setzen. Wie sein Vater Patrick Demarchelier, der als einer der besten Modefotografen weltweit gilt. Er arbeitete mit Christy Turlington, Naomi Campbell und Cindy Crawford zusammen und trug maßgeblich mit zu deren Erfolg bei.

Sein Sohn hat sich zum Interview in der Galerie Camera Work an der Kantstraße eingefunden, in der ab heute die Werke von Vater und Sohn ausgestellt sind. Viel nackte Haut, überwiegend in schwarz weiß, ist zu sehen. Zeitlos, makellos. Das Bild von Toni Garrn, in Jeans, oben ohne, sei sein Lieblingsmotiv sagt der gebürtige New Yorker Victor Demarchelier. „Sie hat so ein tolles Gesicht! So jung sieht sie aus, so naiv, großartig.“ Die Aufnahme ist in Zusammenarbeit mit seinem Vater entstanden, wie so viele.

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Erst spät entschied der junge Demarchelier sich, ebenfalls Fotograf zu werden, interessierte sich zunächst für Architektur. „Als Junge habe ich mich nicht besonders für den Beruf meines Vaters begeistert“, erzählt er.

Shootings mit Laetitia Casta, Helena Christensen oder die legendären Aufnahmen von Kate Moss waren für den heute 30-Jährigen damals „halt der Job meines Vaters.“ Patrick Demarchelier hätte gern gesehen, dass sein Sohn Anwalt würde, „hat sich dann aber doch gefreut, dass ich seinen Beruf ergreife“, sagt Victor Demarchelier. „Nach meinem Studium haben wir angefangen zusammenzuarbeiten. Ich habe alles von ihm gelernt.“

Mittlerweile gilt Demarchelier Junior selbst als angesagter Fotograf im Modebereich, er arbeitet für „Vogue“, „Interview“, „Victoria’s Secret“, „GQ“. Mit vielen seiner Porträtierten ist er privat befreundet. Auch mit Toni Garrn. „Sie ist unglaublich nett, lustig und entspannt.“ Das Vorurteil über zickige Supermodels teilt er nicht. Selbst für Naomi Campbell findet er freundliche Worte: „Wer nicht nett und unkompliziert ist, der kommt doch gar nicht so weit“, sagt er.

Nett und unkompliziert sein, das sei auch sein Geheimnis, um bei den Models weit zu kommen. Rein beruflich, versteht sich. Ist ein Fotomodell aufgeregt, dann helfe es, viel zu reden und sich ebenfalls nackt zu machen, im übertragenen Sinne. „Wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt und zeigt, dass man auch verletzlich ist, nicht der eiskalte Profi, dann entsteht schnell eine lockere Atmosphäre am Set“, sagt Victor Demarchelier. „Aber die Models sind eh meist tiefenentspannt. Die wissen ja, dass sie gut aussehen.“

Dass die Models vor seiner Linse zu den schönsten der Welt gehören, gefällt Victors Frau nicht immer. Manchmal plage sie die Eifersucht, sagt er. Louise Guerin heißt sie. Sie räkelt sich im unteren Geschoss der Galerie. Auch nackt. Guerin ist ebenfalls Fotomodell. „Das macht es leichter“, sagt ihr Mann, „mit den meisten Mädels ist sie sogar enger befreundet als ich. Manche kann sie halt nicht so leiden.“

Auf Nalla ist Louise Guerin nicht eifersüchtig. Mit der darf ihr Mann sogar das Bett teilen. Nallas Foto hängt im ersten Stock der Galerie, gleich neben Angelina Jolie. Nalla ist ein Teddybär, seine schwedische Oma hat Victor Demarchelier einst den Bären geschenkt. Und er liebt Nalla so sehr, dass er ihr auch einen Platz in der Ausstellung gewidmet hat.