Rundreise

90-jährige Amerikanerin macht Roadtrip statt Krebstherapie

Norma ist 90 Jahre alt und an Krebs erkrankt. Statt sich jedoch einer Chemotherapie zu unterziehen, reist sie lieber durch die USA.

Eine Aussichtsplattform im Grand Canyon in der Nähe von Tusayan im Bundesstaat Arizona (Archivfoto). Auch diesen Ort besuchte Norma bereits.

Eine Aussichtsplattform im Grand Canyon in der Nähe von Tusayan im Bundesstaat Arizona (Archivfoto). Auch diesen Ort besuchte Norma bereits.

Foto: © Charles Platiau / Reuters / Reuters

Michigan.  Mit 90 Jahren einen Roadtrip durch die USA zu starten hat definitiv Respekt verdient. Genau das hat Norma aus dem US-amerikanischen Michigan gemacht. Der Auslöser für diesen Entschluss ist allerdings ein trauriger: Norma erhielt kurz zuvor eine Krebsdiagnose. Eine Behandlung inklusive Chemotherapie lehnte sie allerdings ab.

Das Schicksal hatte der lebenslustigen alten Dame in den vergangenen Monaten übel mitgespielt. Nach 67 gemeinsamen Ehejahren starb zunächst ihr Mann Leo in einem Hospiz, kurz danach wurde bei ihr Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Anstatt das eigene Leben zu verteufeln, entschied sich Norma lieber dafür, es zu feiern. Sie sagte ihrem Arzt, dass eine Therapie für sie nicht infrage käme, informierte ihre Familie über ihren Entschluss und begab sich noch einmal auf große Reise. Begleitet wird sie dabei von ihrem Sohn und dessen Frau, für die es nicht infrage kam, Norma in ein Pflegeheim abzuschieben. Sie dokumentieren lieber die Reise mit Fotos.

Seit sechs Monaten unterwegs

Irgendwann wurden auch die US-Medien auf die Geschichte der ungewöhnlichen 90-Jährigen aufmerksam. Als erstes berichtete „GoodNewsNetwork.org“ über Norma und ihren Trip durch die USA. Auch ein Fernsehteam von CBS News stattete der alten Dame bereits einen Besuch ab. „Das stand eigentlich nicht auf der Liste der Dinge, die sie vor ihrem Tod getan haben will“, wie scherzhaft zu einem Foto auf ihrer Facebook-Seite „Driving Miss Norma“ zu lesen ist.

Mittlerweile ist Norma seit sechs Monaten unterwegs. In der Zeit besuchte sie schon die Rocky Mountains, New Orleans oder auch Disney World. Einen Besuch im Yellowstone-Nationalpark und am Grand Canyon kann sie ebenfalls von ihrer Liste streichen. Sogar eine Heißluftballonfahrt über Florida hat sie gemacht.

Ihr Arzt hatte gegen den Trip nichts einzuwenden. Er fand ihre Entscheidung mutig. „Sie tun genau das, was ich in Ihrer Situation auch tun würde“, hatte er seiner Patientin laut „GoodNewsNetwork.org“ mitgeteilt.

Das unbeschwerte Reisen scheint Norma gut zu tun. Der Krebs hat sich nicht verschlimmert. Im Gegenteil: Die Anzeichen der Erkrankung sollen sich sogar reduziert haben. Schmerzen hätte sie ebenfalls keine. Somit steht einer Weiterreise nichts im Wege.