Fremdenfeindlichkeit

Unbekannte schießen auf Asylbewerberheim in Sachsen-Anhalt

Erneut haben Unbekannte eine geplante Flüchtlingsunterkunft angegriffen. Doch der neueste Angriff überrascht in seiner Art die Polizei.

Auf dieses ehemalige Bürogebäude in Gräfenhainichen ist geschossen worden.

Auf dieses ehemalige Bürogebäude in Gräfenhainichen ist geschossen worden.

Foto: Peter Endig / dpa

Gräfenhainichen.  Am Freitagabend haben Unbekannte mehrere Schüsse auf ein geplantes Asylbewerberheim in der Stadt Gräfenhainichen abgegeben. Weil es nicht der erste Angriff auf das ehemalige Bürogebäude war, sind bisher noch keine Asylbewerber eingezogen.

Wie die Polizei mitteilt, waren zum Tatzeitpunkt dennoch Menschen in dem Gebäude. So befanden sich Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma vor Ort. In der Polizeimeldung heißt es, dass „glücklicherweise“ niemand verletzt worden sei, als gleich mehrere Schüsse mit einer scharfen Waffe auf Scheiben im Obergeschoss abgefeuert wurden.

Die Ermittler gehen von einem Sachschaden von mehreren Tausend Euro aus. Doch nicht nur der hohe Sachschaden, sondern vor allem die Serie, in dem die aktuelle Tat zu sehen ist, beschäftigt den Staatsschutz der Polizei. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten Täter die Wasserhähne in dem Gebäude aufgedreht und somit die Räume überflutet. Am vergangenen Wochenende hatten ebenfalls unbekannte Täter Steine auf das Gebäude geworfen und damit Scheiben zerstört.

Polizei sieht neue Qualität der Gewalt

Dass nun jedoch eine Schusswaffe zum Einsatz kam, scheint für die Behörden eine neue Qualität krimineller Energie zu sein. So schreiben die Polizei und die Staatsanwaltschaft in einer Stellungnahme zu dem Fall: „Die Tat ist Teil einer ‘verstörenden Entwicklung’ (Bundespräsident Gauck) und zeigt die zunehmende Hemmungslosigkeit von Ausländerfeinden, denen Staat und Gesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen.“

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verurteilte den „feigen und hinterhältigen“ Anschlag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wir werden alles daran geben, den oder die Täter zu ermitteln und einer gerechten Strafe zuzuführen“, sagte der Minister

Neben der örtlichen Polizei haben auch Experten des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt den Tatort untersucht. (ac)