Berlin –

Abschlussbericht zu Missbrauch bei BBC: Alle sahen weg

Berlin.  Eine „Atmosphäre der Angst“ im britischen Sender BBC hat dazu geführt, dass massive sexuelle Übergriffe durch zwei Starmoderatoren über Jahrzehnte verschwiegen wurden. Insgesamt hätten Jimmy Savile und Stuart Hall fast 100 Kinder und Jugendliche missbraucht, hieß es in einem abschließenden Bericht. Beide Männer seien „sexuelle Raubtiere“ gewesen, sagte die ehemalige Richterin Janet Smith, die den Bericht verfasste. Die BBC hatte ihn 2012 in Auftrag gegeben. „Beide Männer nutzten ihren Ruhm und ihre Stellung als BBC-Stars, um Wehrlose zu missbrauchen“, hieß es in dem Bericht.

Opferanwältin Liz Dux kritisierte den Bericht als „teure Schönfärberei“. Besonders zu beklagen sei, dass keine Mitarbeiter der oberen BBC-Führungsriege befragt worden seien. „Top of the Pops“-Moderator Jimmy Savile starb 2011 – ohne bestraft worden zu sein. Erst nach seinem Tod kam der Skandal ans Licht. Stuart Hall erhielt eine Haftstrafe.

Die meisten Verbrechen sind in den 70er-Jahren passiert. In dieser Zeit habe es acht formelle Beschwerden gegeben. Zahlreiche Menschen bei der BBC hätten davon gewusst, aber nicht den Mut gehabt, in den Führungsetagen Alarm zu schlagen. BBC-Chef Tony Hall entschuldigte sich öffentlich. Die BBC hätte die Opfer schützen müssen.

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