Washington –

Mehrfachmörder arbeitet zwischen seinen Taten für Taxidienst

| Lesedauer: 2 Minuten

Washington.  Auf den ersten Blick ist Jason Brian Dalton ein harmloser Familienvater und Versicherungsangestellter in Kalamazoo im US-Bundesstaat Michigan. Doch er wird des sechsfachen Mordes beschuldigt.

Am Montag wurde der 45-Jährige dem Haftrichter vorgeführt. Dalton fuhr nach Angaben der Polizei am Sonnabend für den Fahrdienst Uber durch die Kleinstadt, die zwischen Detroit und Chicago liegt und erschoss an drei Orten wahllos Menschen. Während der knapp sechsstündigen Fahrt in einem dunkelblauen Chevrolet HHR soll er laut Zeugen immer wieder Fahrgäste transportiert haben.

Einer von ihnen war Mark Dunton, er nutzte den Uber-Service am Sonnabendabend mit zwei Freunden. Da war die Nachricht vom Amokläufer bereits in der Welt. „Mein Kumpel hat noch gescherzt, hey, du bist doch nicht etwa der Typ in dem blauen HRR“, zitierte der Sender CBS Danton am Sonntag. Der Fahrer soll tatsächlich Dalton gewesen sein. Doch er antwortete dem Fahrgast: „Nein, ich bin es nicht.“ In einem anderen Fall berichtete ein örtlicher Fernsehsender, dass ein Pärchen aus Angst Daltons Wagen Hals über Kopf verlassen habe, weil der 45-Jährige nach einem Telefongespräch am Handy „wie ein Irrer“ über Mittelstreifen und Rasenflächen gefahren sei. Der Mann, Matt Mellen, informierte die Polizei und warnte auf Facebook vor dem Fahrer. Uber-Sicherheitschef Joe Sullivan bestätigte, dass Dalton, der laut Nachbarn ein „ruhiger, unauffälliger Familienmensch, Auto-Narr und Waffen-Liebhaber“ gewesen sein soll, im Dienst der Firma stand. Wie schon vorher die Polizei, so bestätigte auch er: Dalton war weder vorbestraft noch sonst wie auffällig geworden.

Der Amoklauf begann um 18 Uhr. Dalton schoss eine Frau vor einem Appartementhaus mehrfach an und verletzte sie lebensgefährlich. Vier Stunden später traf der Täter einen Vater mit seinem 17 Jahre alten Sohn. 15 Minuten später nahm er Fremde in ihren Autos vor einem Restaurant ins Visier. Vier Menschen starben, darunter zwei 60 und 62 Jahre alten Frauen. Eine 14-Jährige kämpfte am Sonntag noch auf der Intensivstation um ihr Leben.

( diha )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos