London –

Ist William zu bequem für den Thron?

| Lesedauer: 5 Minuten
Jochen Wittmann

Der Prinz gerät plötzlich in die Kritik: Er soll seine repräsentativen Pflichten vernachlässigt haben

London. Irgendwann musste es so weit kommen. Das Herzogpaar von Cambridge, Prinz William (33) und seine Frau Kate (34), das bisher von den Medien eher verhätschelt wurde, gerät in die Kritik.

Bei der Herzogin lautet der Vorwurf, dass sie in Zeiten der Entbehrung und einer drakonischen Sparpolitik der Regierung vielleicht nicht ganz so teure Kleidung und Accessoires spazieren führen sollte. Bei William ist die Rüge härter: Er solle gefälligst seine königliche Rolle ernster nehmen, heißt es, und mehr Repräsentationsaufgaben übernehmen. Das Wort Faulheit wird nicht ausgesprochen, stattdessen titelte die Zeitung „Mail on Sunday“ in einem Zweiseitenbeitrag: „William der Unwillige“.

Konkret geht es um die Anzahl der öffentlichen Auftritte, die alle Mitglieder des Königshauses absolvieren, um die Monarchie populär zu halten. Und da schneidet der Prinz nicht gut ab.

Sein Großvater, der 94-jährige Prinzgemahl Philip, hatte im letzten Jahr mehr als doppelt so viele Termine wie William hinter sich gebracht: 250 gegenüber 122 für den Herzog von Cambridge. Von der Queen selbst ganz zu schweigen. Die Matriarchin, die im April ihren neunzigsten Geburtstag feiert, kam im letzten Jahr auf 341 Repräsentationstermine.

Statt zum Empfang geht William lieber zu den Schwiegereltern

In diesem Jahr sieht es bisher ganz schlecht aus für William. Der Prinz hat bis dato gerade einmal zwei Termine wahrgenommen.

Zuletzt erschien der Thronfolger in spe selbst bei einem Event nicht, der wie für ihn gemacht war: Beim Empfang für die Preisträger der britischen Filmakademie Bafta ließ er sich entschuldigen.

Dabei ist William Präsident von Bafta, und – das ist das Beste: Die Party fand in seinem eigenen Haus, dem Palast von Kensington, statt. Doch selbst diese komfortable Situation konnte den Prinzen nicht locken, sich sehen zu lassen. Er zog es vor, den Abend anderweitig zu verbringen. Wie man munkelt: bei den Schwiegereltern. Da halte er sich ohnehin gerne auf. Gegenüber seinen Mitarbeitern habe er deutlich gemacht, dass er seine Abende lieber mit seiner jungen Familie als auf offiziellen Terminen verbringt, wie die „Mail“ berichtet. Während William und Kate das Bild der heilen Familie beschwören, brodelt es hinter den Kulissen. Die Queen, so heißt es, soll unbedingt entlastet werden. Auslandsreisen unternimmt Elizabeth II. schon gar nicht mehr, aber auch bei Terminen im Königreich soll sie jetzt immer mehr zurückschrauben, und da müssen andere Mitglieder des Königshauses einspringen.

Ihr Sohn Prinz Charles tut schon, was er kann, aber auch die jüngeren Generationen, sprich Prinz William und sein Bruder Prinz Harry, sollen mehr in die Pflicht genommen werden. Wenn die Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag beginnen, sagte ein Sprecher des Herzogpaars von Cambridge, werden die beiden allerdings bereitstehen: „Es ist für sie erste Priorität, Ihre Majestät zu unterstützen. Sie werden ihre Rolle spielen und die Queen bei den Hauptereignissen in ihrem neunzigsten Jahr begleiten.“

Wenn britische Massenblätter ihre Sympathien wechseln, ist der Umschwung oft radikal und der Ton wird brutal. So musste sich der Prinz harsche Töne von der – zugegeben links stehenden – Boulevardzeitung „Mirror“ gefallen lassen. Er sei alles andere als fleißig und „launenhaft“, hieß es dort. Wenn er einmal König werden wolle, solle er sich gefälligst „wie einer benehmen und die Verantwortungen des Jobs akzeptieren“.

Kate nimmt statt des Autosgerne den Helikopter

Prinz Willliam hat es zurzeit nicht leicht. Während er am liebsten seine Ruhe haben möchte, fällt die Öffentlichkeit nicht nur über seine Arbeitseinstellung her, sondern macht sich über das weniger werdende Haupthaar lustig.

Ein ehemaliger Vorgesetzter Williams bei der Royal Air Force, Rik Maving, scherzte nach einem Treffen gegenüber einer Zeitung: „Prinz William hat sich nicht viel verändert, abgesehen von seinem Haarverlust.“

Bis vor Kurzem galten William und Kate noch als Vorzeigemodell für ein ganz und gar bodenständiges Paar, von dem man erhoffte, dass es durch seine Ungezwungenheit und Normalität ein verschwenderisches Königshaus revolutionieren würde.

Nicht nur William wird öffentlich abgewatscht. Auch seine Gattin Kate muss sich einiges anhören: Ihr wird vorgeworfen, dass sie sich für Ausflüge, die man auch mit dem Auto machen könnte, eines Helikopters bedient, Kostenpunkt: 3000 Pfund. Oder dass sie immer öfter zu Designerlabeln greift, als sich, wie zu Anfang ihrer Ehe, mit Kleidern von der Stange einzudecken. Kein Zweifel: Der Wind für die Cambridges ist rauer geworden.

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