Urteil

Gericht: WhatsApp-Nachricht kann sexueller Missbrauch sein

Das Oberlandesgericht Hamm hat einen 55-Jährigen wegen anzüglicher Nachrichten an ein Kind zu einer auf Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt.

Das Oberlandesgericht Hamm hat einen 55-Jährigen wegen anzüglicher Nachrichten an ein Kind zu einer auf Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt.

Foto: Jens Büttner / dpa

Eine WhatsApp-Nachricht an ein Kind kann laut einem Gerichtsurteil sexueller Missbrauch sein. Es ging um den Chat eines 55-Jährigen.

Hamm.  Wer Kindern anzügliche Nachrichten per WhatsApp schickt, muss mit einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs rechnen. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Beckum. Der 55-Jährige Täter wurde zu neun Monaten Haft verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Ende 2014 hatte der Mann einem neun Jahre alten Mädchen mehrere anzügliche Nachrichten per WhatsApp geschickt. Der 55-Jährige kannte das Mädchen und dessen Mutter schon länger. Im Rahmen des Chats fragte er das Mädchen, ob sie für ihn „eine Freundin“ habe, „die nicht erwachsen sein müsse“. Die Neunjährige, ihr Freund, sowie die vermittelte Freundin könnten dann „zu 4 was machen“, schrieb der Mann: „Du und dein Freund und ich mit ihr.“

55-Jähriger kann keine Revision einlegen

Vorher hatte er das Mädchen bereits gefragt, ob „die Nacht“ mit ihrem Freund schön gewesen sei. Bei dem Freund handelte es sich laut Gericht um einen Jungen, der mit dem neun Jahre alten Mädchen schon länger befreundet war und bei der Familie des Mädchens übernachtet hatte.

Das Oberlandesgericht sah es wegen der Nachrichten als erwiesen an, dass der 55-Jährige „ein sexuelles Erlebnis“ mit dem Mädchen vorgeschlagen habe. Das sei strafbar. Gegen das Urteil kann der Verurteilte keine Revision mehr einlegen. (we)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos