Musikwettbewerb

Wie der Eurovision Song Contest spannender werden soll

Oft stand der Gewinner des ESC schon lange vor Ablauf der Show fest. Um die Spannung zu erhöhen, steuern die Veranstalter nun gegen.

Foto: TT NEWS AGENCY / REUTERS

Berlin.  Der Eurovision Song Contest (ESC) krempelt den Ablauf des Finals um. Die Begründung: „Seit Jahren war der Gewinner des Wettbewerbs schon vor dem Ende der Abstimmung sehr gut vorhersehbar“, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Mit einer veränderten Präsentation der Punktzahlen wollen die Organisatoren das Finale von 2016 an mit mehr Spannung aufladen.

Das neue Prinzip funktioniert wie folgt: Als erstes wählt jede nationale Jury 1 bis 8, sowie 10 und 12 Punkte für ihre Favoriten. Im Finale geben die Sprecher der teilnehmenden Länder daraufhin diese Punktzahlen bekannt, wie es auch bisher üblich gewesen ist. Dann folgt die Telefonabstimmung: Hier haben die Zuschauer jedes einzelnen Landes nun die Möglichkeit, die Punkte an die zehn Länder zu vergeben, die in ihrer Gunst am höchsten stehen. Die Zuschauerwertungen werden anschließend zum Gesamtergebnis zusammengerechnet und in der Sendung präsentiert – und zwar in besonderer Reihenfolge.

Zunächst folgt nun die Wertung des Landes, das von der Öffentlichkeit am wenigsten Punkte bekommen hat. Das Land, das bei der Telefonabstimmung am besten abschnitt, wird als letztes bekannt gegeben. „So wird der Gewinner erst ganz am Ende der Show feststehen“, heißt es beim Veranstalter. „Dieses neue Verfahren garantiert, dass der Song, der in der Öffentlichkeit am populärsten ist, zwölf Punkte erhalten wird, unabhängig davon, wie die Jury wählt“, sagt Jon Ola Sand vom ESC. Vorbild für das neue Abstimmungssystem ist das „Melodifestivalen“, Schwedens Vorentscheid für den Eurovision Song Contest.

Ann Sophie Dürmer fühlt sich von ARD im Stich gelassen

Derweil äußerte sich die ESC-Starterin vom vergangenen Jahr kritisch über die Veranstaltung. So fühlt sich Ann Sophie Dürmeyer nach ihrem erfolglosen Start beim ESC von der ARD im Stich gelassen. „Von der Plattenfirma und von der ARD wurde mir vorher viel versprochen – nichts wurde gehalten“, sagte die Sängerin dem Magazin „Stern“. Es sei peinlich, dass sich ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber noch nicht einmal von ihr verabschiedet habe.

„Den letzten Platz fand ich gar nicht so dramatisch, aber dass sich plötzlich keiner mehr für mich interessiert, war einfach nur enttäuschend“, sagte die 25-Jährige, die für ihren Beitrag „Black Smoke“ null Punkte bekam. „Wenn man in diesem Zirkus keinen Erfolg hat, wird man fallen gelassen“, kritisierte sie. Heute hat Dürmeyer ein Theaterengagement in Dresden und tritt weiterhin als Sängerin auf. Vom ESC hat sie sich abgewendet. „Von den Künstlern, die jetzt mitmachen, kenne ich keinen“, sagte sie. (les/epd)