Kulturtechnik

Fast jeder vierte Schüler hat Probleme mit der Handschrift

Eine aktuelle Umfrage hat ergeben: Länger als 30 Minuten am Stück mit der Hand zu schreiben, ist für viele Kinder ein großes Problem.

Ist die Handschrift in Zeiten der Digitalisierung eine bedrohte Kulturtechnik? Manche Bildungsexperten befürchten es.

Ist die Handschrift in Zeiten der Digitalisierung eine bedrohte Kulturtechnik? Manche Bildungsexperten befürchten es.

Foto: Mikkel Bigandt / iStock

Köln.  Im digitalen Zeitalter wird es für viele Schüler offenbar immer schwieriger, locker und leserlich mit der Hand zu schreiben. Nach einer am Mittwoch bei der Bildungsmesse Didacta vorgestellten Umfrage sagen gut 23 Prozent der befragten knapp 1000 Mütter, dass ihre Kinder Schwierigkeiten hätten, länger als 30 Minuten am Stück zu schreiben. „Das wären hochgerechnet auf Deutschland 1,2 Millionen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die nicht ausreichend leserlich und ohne Verkrampfung schreiben können“, teilten die Autoren der Studie in Köln mit. Erhoben wurden die Daten vom Schreibmotorik Institut, dem Bildungsverband Didacta und vom Bundeselternrat.

Zugleich hätten 96 Prozent der Eltern angegeben, dass sie Handschreiben auch heutzutage noch für wichtig halten. Didacta-Präsident Wassilios Fthenakis zeigte sich besorgt: Das Schreiben von Hand sei auch für die motorische Entwicklung des Kindes bedeutend. Diese Kulturtechnik müsse erhalten werden. Christian Marquardt vom Schreibmotorik Institut warnte: Das Ziel, „eine ermüdungsfreie, lesbare und flüssige Handschrift“ zu erwerben, „scheint gefährdet“.

Kulturtechnik soll erhalten bleiben

Die Initiative „Aktion Handschreiben 2020“ will der Entwicklung entgegenwirken. Mit Hilfe des Programms sollen die Voraussetzungen zum Erlernen einer gut lesbaren und flüssigen Handschrift verbessert werden. (dpa)