Preisverleihung

Grammys 2016: Lady Gaga verwandelt sich in David Bowie

Große Show in Los Angeles: In der Nacht zum Dienstag sind die Grammys verliehen worden. Ein Rapper gewann dabei in fünf Kategorien.

Popstar Lady Gaga erinnerte in ihrem Auftritt bei den 58. Grammys an den im Januar an Krebs verstorbenen David Bowie.

Popstar Lady Gaga erinnerte in ihrem Auftritt bei den 58. Grammys an den im Januar an Krebs verstorbenen David Bowie.

Foto: Kevork Djansezian / Getty Images for NARAS

Los Angeles.  Es waren nicht nur die typischen kitschigen Show-Bilder, die Zuschauer bei der Verleihung des wohl begehrtesten Musikpreises der Welt zu sehen bekamen: Die 58. Grammy-Verleihung – so etwas wie der „Oscar“ des Musikbusiness – war auch eine Nacht der Erinnerungen: Mit David Bowie, Lemmy Kilmister, Maurice White und Glenn Frey wurde vier kürzlich verstorbener Stars der Branche gedacht. Und der für seine kritischen Texte bekannte Rapper Kendrick Lamar erinnerte an noch immer bestehende Missstände zwischen Schwarzen und Weißen.

Elffach nominierter Lamar holt fünf Grammys

Es war ein politisches Statement, das der elffach nominierte Rapper im Staples Center von Los Angeles ablegte. Bei seinem Auftritt betrat Lamar die Bühne in Häftlingskleidung sowie in Handschellen und machte damit auf die unterschiedliche Behandlung Schwarzer in US-Gefängnissen aufmerksam. Mit seinem Album „To Pimp A Butterfly“ wurde Lamar gleich in fünf Kategorien ausgezeichnet. Zu seinen Grammys gratulierte ihm sogar das Weiße Haus via Twitter.

Ähnlich erfolgreich war der Abend für Popstar Taylor Swift, die gemeinsam mit Lamar einen Grammy für das beste Musikvideo abräumte. Für ihr Album „1989“ gewann die 26-Jährige den Preis für das beste Album und das beste Pop-Gesangsalbum sowie den Preis für das beste Musikvideo für „Bad Blood“. „Ich will den Fans für die vergangenen zehn Jahre danken“, sagte Swift bei Entgegennahme ihrer Trophäe. Den jungen Künstlerinnen im Publikum sprach sie Mut zu, bei ihrer Arbeit stets an sich selbst zu glauben. Swift war insgesamt für sieben Grammys nominiert.

Ed Sheeran wurde für „Thinking Out Loud“ ein Grammy für den besten Song des Jahres verliehen. Zusätzlich gewann der Künstler einen Preis für die beste Pop-Solodarbietung. Justin Bieber holte zusammen mit den DJs Skrillex und Diplo für die Single „Where Are U Now“ seinen ersten Grammy überhaupt für die beste Dance-Aufnahme. Nicht zum ersten Mal durfte sich der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter über die Verleihung des wichtigsten Musikpreises freuen. Nach 2007 wurde der 91-Jährige für das Hörbuch zu seiner Autobiografie „A Full Life: Reflections at Ninety“ ausgezeichnet.

Lady Gaga ehrt David Bowie

Mit knallrotem Haar und einem Kostüm im David-Bowie-Stil ehrte Popstar Lady Gaga (29) ihren verstorbenen Musikerkollegen bei der Grammy-Verleihung . Mit einem Medley aus dessen Hits „Space Oddity“, „Changes“, „Ziggy Stardust“, „Let’s Dance“ und anderen Bowie-Titeln erinnerte sie an die im Alter von 69 Jahren an Krebs gestorbene britische Musik-Ikone. Zuvor hatte sie sich bereits das Konterfei Bowies auf die linke Körperseite tätowieren lassen. Bei den Grammys bewies die für ihre schrägen Outfits bekannte Sängerin einmal mehr ihr Verwandlungsgeschick. Bevor sie in die Bowie-Rolle schlüpfte, erschien Gaga in einem blauen Kleid, das von Star-Designer Marc Jacobs entworfen wurde.

Nicht weniger gefühlvoll war der Auftritt von Soullegende Stevie Wonder, der das verstorbene Gründungsmitglied der Band „Earth, Wind & Fire“, Maurice White, mit einem Gedenk-Auftritt geehrt hat. „Foo Fighters“-Frontsänger Dave Grohl würdigte den im Dezember verstorbenen „Motörhead“-Sänger Lemmy Kilmister. Die Rock-Band „Eagles“ gedachte ihrem verstorbenen Gründungsmitglied Glenn Frey mit dem Hit „Take It Easy“, bei dem das Porträt des im Alter von 67 Jahren Verstorbenen groß auf der Leinwand zu sehen war.

Adele nimmt Tonpanne gelassen

Mit technischen Problemen musste dagegen Sängerin Adele (27) kämpfen. Erst störten seltsame Gitarrengeräusche, dann fiel auch noch ihr Mikrofon für wenige Sekunden aus – ausgerechnet bei der sanften Ballade „All I Ask“. Die Klavier-Mikrofone seien auf die Saiten gefallen, erklärte der Star wenig später auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Das Stimmwunder nahm es mit Humor: „Wegen der Sache bewirte ich mich jetzt mit einem In-and-Out (Burger). Vielleicht war es das also wert“, twitterte sie.

Ihrem Kollegen Bruno Mars sagt die Sängerin nicht erst seit der Grammy-Verleihung eine große Zukunft voraus. „Er wird definitiv der größte, größte, größte Künstler auf der Welt“, sagte sie in der „Vogue“ über Mars, der gemeinsam mit Mark Ronson für die Aufnahme des Jahres mit einem Grammy geehrt wurde. Freuen durfte sich ebenfalls die Band „Muse“, die für „Drones“ einen Grammy für das beste Rock-Album erhielten. Als bestes zeitgenössisches Album wurde „Beauty Behind The Madness“ von Abel Makkonen Tasfaye, besser bekannt unter dem Künstlernamen „The Weeknd“, ausgezeichnet.

Ihren Auftritt auf der 58. Grammy-Verleihung musste dagegen Popstar Rihanna absagen. Wie das US-Portal „TMZ“ berichtet, sei die 27-Jährige an Bronchitis erkrankt und muss Antibiotika einnehmen. Die Sängerin besuchte die Veranstaltung über einen Hintereingang und nicht wie geplant über den roten Teppich. Nachdem sie noch an den Gesangsproben teilnehmen wollte, musste Rihanna auf Anraten ihres Arztes das Bett hüten. Der Star bat wenig später auf Twitter seine Fans um Unterstützung: „Es tut mir so leid, dass ich nicht dort sein konnte ... Danke Grammys und CBS für die Unterstützung heute.“

Kanye West boykottiert Grammy-Verleihung

Völlig leer bei den diesjährigen Grammys ging Rapper Kanye West aus. Der nicht unbedingt für seine Zurückhaltung bekannte Ehemann von Kim Kardashian gab über Twitter bekannt, dass er die Verleihung boykottiere. „Ich übe meine Grammy-Rede. Ich werde nicht zu den Grammys gehen, bevor mir nicht jemand versprochen hat, dass ich (den Grammy für) das Album des Jahres bekomme.“ (mit dpa)