Kriminalität

22 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe bei Kölner Karneval

Fazit des Karnevalsauftakts: Nach der Weiberfastnacht liegen der Polizei deutlich mehr Anzeigen wegen Sexualdelikten vor als 2015.

Karnevalisten bei der Weiberfastnacht in Köln: Die Polizei war in diesem Jahr mit zusätzlichem Personal im Einsatz.

Karnevalisten bei der Weiberfastnacht in Köln: Die Polizei war in diesem Jahr mit zusätzlichem Personal im Einsatz.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Köln.  Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe ist in Köln zu Beginn des Straßenkarnevals deutlich gestiegen. Es seien 22 Sexualdelikte an Weiberfastnacht angezeigt worden, sagte Polizeidirektor Michael Temme am Freitag. Im vergangenen Jahr waren es neun und davor zehn. Zwei der 22 Delikte waren schwerwiegend.

Im ersten Fall war das Opfer eine belgische Fernsehreporterin. „Diese Journalistin ist unter den Augen der laufenden Kamera begrapscht und sexuell belästigt worden“, sagte Temme. Der zweite Fall betrifft eine Frau, die am frühen Freitagmorgen auf dem Heimweg niedergeschlagen und „offenbar auch vergewaltigt wurde“, wie Temme sagte.

Anzeige wegen Vergewaltigung in Gütersloh

Zudem zeigte in der Nähe von Gütersloh eine 24-Jährige eine Vergewaltigung an, wie die dortige Polizei am Freitag mitteilte. Die Polizei nahm noch am Abend einen Tatverdächtigen fest. Die Ermittlungen dauern an. Zwei weitere Frauen stellten Anzeige, nachdem sie sexuell beleidigt und berührt worden waren. Im nahe gelegenen Rietberg und in Hövelhof meldeten insgesamt vier Frauen sexuelle Übergriffe.

Polizei zieht positives Fazit

„Wir führen die gestiegene Zahl (der Übergriffe) darauf zurück, dass die Anzeigebereitschaft eine deutlich veränderte ist“, sagte Temme. Vermutlich sei die Bereitschaft, solche Vorfälle auch tatsächlich anzuzeigen, seit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht gestiegen.

„Die Taktik der niedrigen Einschreitschwelle ging auf“, bilanzierte die Polizei Köln am Freitag, die in diesem Jahr mit deutlich mehr Personal im Einsatz ist. Bis zum Morgen nahmen die Beamten demnach insgesamt 224 Anzeigen auf, neben den 18 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe wurden auch 23 Taschendiebstähle, 143 Körperverletzungen und sechs Raubstraftaten angezeigt. (dpa/epd)