Feldberg –

Rätsel um Tod auf der Familienpiste

Beide Unfallopfer trugen Helm und hielten sich an Vorfahrtsregeln

Feldberg.  Dieser Unfall gibt den Rettungskräften ein großes Rätsel auf. Die Piste war schon fast leer, die Sicht gut, der Hang nicht so steil – und trotzdem kollidierte ein 29-jährige Skifahrer aus dem Elsass am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr mit einem 30-jährigen Skifahrer aus dem Landkreis Böblingen. Die Verletzungen, die beide davontrugen, waren offenbar so schwer, dass sie sofort starben. Beide waren keine Skianfänger, trugen einen Helm und hatten keinen Alkohol getrunken. Am Montagnachmittag wurde bekannt, dass sie sich offenbar sogar an die Skifahrer-Regeln gehalten haben.

Nach ersten Erkenntnissen, haben sich auch die Rettungskräfte vorbildlich verhalten. „In weniger als einer Minute waren zwei Helfer vor Ort“, sagt David Vaulont von der Bergwacht Schwarzwald dieser Zeitung. Sie haben sofort Verstärkung gerufen und zudem festgestellt, dass sie beide reanimieren mussten. Doch die Verletzungen waren so schwer, dass die Reanimationen eingestellt wurden. „Beide hatten ein sogenanntes Polytrauma“, sagt Vaulont weiter, „und bei mindestens einem der beiden kam noch eine schwere Kopfverletzung hinzu.“ Der Aufprall war so schwer, dass auch der Helm eine Verletzung nicht verhindern konnte. Angehörige der Unfallopfer waren vor Ort und wurden umgehend von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Am Tag nach dem Unglück ist die Piste gleich unterhalb der Hauptstation der Bergwacht wieder geöffnet. Die Strecke gilt als besonders geeignet für Familien. Selbst die Bergwacht weiß noch nicht, ob sie Konsequenzen aus dem Unfall ziehen wird. „Es könnte sein“, sagt David Vaulont, „dass einer der Fahrer sich Extraschwung von einer anderen Abfahrt holte und so eine hohe Geschwindigkeit erreichte.“ Man rechnet damit, dass mindestens einer der beiden mit einem Tempo zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war.