Geldtransporter-Überfälle

Ermittler überprüfen zahlreiche Hinweise auf Ex-RAF-Mitglieder

Nach Überfällen auf Geldtransporter überprüft die Polizei etliche Hinweise aus der Bevölkerung. Stecken Ex-RAF-Mitglieder dahinter?

Auf dem Gelände des Real-Marktes in Wolfsburg wurde am 28. Dezember ein Geldtransporter überfallen. Bei den Tätern soll es sich um frühere RAF-Mitglieder handeln.

Auf dem Gelände des Real-Marktes in Wolfsburg wurde am 28. Dezember ein Geldtransporter überfallen. Bei den Tätern soll es sich um frühere RAF-Mitglieder handeln.

Foto: Peter Steffen / dpa

Hannover.  Die Polizei wertet bei der Fahndung nach den drei untergetauchten früheren RAF-Terroristen Daniela Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung aus. „Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen“, sagte der Verdener Staatsanwalt Lutz Gaebel am Sonntag. Einen Bericht der „Welt am Sonntag“, wonach es Hausdurchsuchungen in mehreren Bundesländern gegeben haben soll, bestätigte er nicht: „Ich habe darüber keine Informationen.“

Klette (57), Staub (61) und Garweg (47) stehen aufgrund von DNA-Spuren im Verdacht, im vergangenen Jahr schwer bewaffnet zwei Geldtransporter in Wolfsburg und Stuhr bei Bremen überfallen zu haben. In beiden Fällen mussten die Täter ohne Beute flüchten. Nachdem in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ am Mittwoch unter anderem ein neues Phantombild gezeigt wurde, meldeten sich rund 175 Anrufer zu dem Fall, so Gaebel weiter.

Kein terroristisches Motiv

„Im Zusammenhang mit dem Fall führen wir gezielte Fahndungsmaßnahmen durch“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) in Hannover. Das LKA sei eng in die Ermittlungen der Sonderkommission der Polizei Diepholz eingebunden. Dabei seien die LKA-Ermittler mit „operativen Maßnahmen“ betraut. Konkreter äußerte sich die Sprecherin nicht. „Operative Maßnahmen“ sind beispielsweise Hausdurchsuchungen oder Abhörmaßnahmen.

Mehr als zwei Jahrzehnte stand die Rote Armee Fraktion (RAF) für Terror und Mord. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Die Bundesanwaltschaft sieht „keinen terroristischen Bezug“ der jüngsten Überfälle – den Untergetauchten ging es demnach wohl um Geld. (bk/dpa)