Waffengesetz

Zollfahnder entdecken Waffenlager bei Hamburger Polizisten

Ein Hamburger Polizist hat offenbar Tausende Waffen und Nazidevotionalien in seiner Wohnung gelagert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Zollfahnder haben bei dem Hamburger Polizisten Tausende Waffen entdeckt (Symbolfoto).

Zollfahnder haben bei dem Hamburger Polizisten Tausende Waffen entdeckt (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people / imago/Stefan Zeitz

Hamburg/Lübeck.  Zollfahnder haben bei einem Hamburger Polizeibeamten nach „Spiegel“-Informationen ein Waffenlager und Nazi-Devotionalien entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den Mann, wie der Hamburger Polizeisprecher Holger Vehren am Samstag mitteilte. Gegen den Beamten, der bei der Polizei in Hamburg-Niendorf arbeitet, sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.

Laut „Spiegel“ wurden in der Wohnung des Mannes in Schleswig-Holstein fast 1000 Waffen, Waffenteile und Patronen sowie zahlreiche Nazidevotionalien gefunden – darunter eine Pumpgun, ein Scharfschützengewehr, eine Maschinenpistole, eine Hakenkreuzfahne, die Reichskriegsflagge und ein Koppelschloss mit Hakenkreuz.

Polizei: Bislang kein Hinweis auf rechtes Gedankengut

„Der Umfang dieser Waffen ist uns nicht bekannt“, sagte Vehren. „Das wollen wir mit der Staatsanwaltschaft Lübeck aufhellen.“ Bisher habe die Hamburger Polizei keine Hinweise darauf, dass der Beamte rechtes Gedankengut habe. „Wir prüfen jetzt, ob auch hinsichtlich der Nazidevotionalien ein Straftatbestand vorliegt“, sagte der Lübecker Oberstaatsanwalt Ralf Peter Anders dem „Spiegel“.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut „Spiegel“, dass der Zoll in Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg) in einem Paket aus China ein Hilfsmittel für Schusswaffen entdeckte, eine Laserzieleinrichtung. Da solche Geräte in Deutschland verboten sind, habe das Amtsgericht Lübeck einen Durchsuchungsbeschluss erlassen. Am 24. November sei die Wohnung des Beamten durchsucht worden. (dpa)