Tötungsdelikt

U-Bahn-Tod – Verdächtiger war bis Ende 2015 in Psychiatrie

Der Mann, der in Berlin eine junge Frau vor eine U-Bahn gestoßen haben soll, war bis Ende 2015 in der Psychiatrie. Die Frau starb.

Mit Blumen, Kerzen und Briefen erinnern Trauernde an der Berliner U-Bahnstation Ernst-Reuter-Platz zu an die junge Frau, die am Dienstag von einem Zug überrollt wurde und starb.

Mit Blumen, Kerzen und Briefen erinnern Trauernde an der Berliner U-Bahnstation Ernst-Reuter-Platz zu an die junge Frau, die am Dienstag von einem Zug überrollt wurde und starb.

Foto: Paul Zinken / dpa

Hamburg.  Der 28-Jährige aus Hamburg, der eine junge Frau in Berlin vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen haben soll, war bis Ende vergangenen Jahres in einer psychiatrischen Einrichtung. Dort sei er auf Antrag seines Betreuers untergebracht gewesen, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Samstag und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Der 28-Jährige sei auch zuvor mehrfach auf Antrag seines Betreuers in einer psychiatrischen Klinik gewesen.

Der Verdächtige soll die ihm unbekannte 20-Jährige am Dienstag ohne vorherigen Streit vor den Zug gestoßen haben. Die junge Frau wurde überrollt und getötet. Der 28-Jährige, der in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wurde, soll laut Staatsanwaltschaft an einer schizophrenen Erkrankung leiden.

Verdächtiger war wegen „Eigengefährdung“ in Psychiatrie

Wantzen erklärte, dem Betreuungsgericht sei über eine mögliche Fremdgefährdung zuletzt nichts bekanntgeworden. „Der Unterbringungsgrund war immer Eigengefährdung.“ Allerdings habe es in der Vergangenheit einen Antrag nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG) gegeben, der sich auch auf eine mögliche Fremdgefährdung gestützt habe; eine Unterbringung nach PsychKG sei aber nicht erfolgt.

Der 28-Jährige habe seit Jahren unter Betreuung gestanden: „Aber wenn jemand unter Betreuung steht, heißt das noch lange nicht, dass er gefährlich ist.“ (dpa)