Wädenswil –

Forscher: Unter Wasser herrscht ein Höllenlärm

Wädenswil. Unter Wasser kann es richtig ungemütlich werden. Speziell Meeressäugern droht an manchen Stellen angesichts des Lärms ein Hörschaden.

Die Fische, Wale und Delfine im Mittelmeer schwimmen zumindest mancherorts in einem Höllenlärm. Zu diesem Schluss gelangen Wissenschaftler aus Frankreich, Italien, der Schweiz und den USA, die erstmals eine Karte der Lärm-Hotspots im Mittelmeer erstellt haben.

Speziell die in den vergangenen Jahren intensivierte Suche nach Öl- und Gasvorkommen mittels Schallkanonen sei ein großes Problem, sagte die Mitautorin der Studie, Silvia Frey. „Das ist viel, viel lauter als ein startender Düsenjet.“ Die Fische hörten und spürten den Lärm. Eine generelle Geräuschquelle seien die durchschnittlich etwa 1500 Handelsschiffe, die zu jedem Zeitpunkt im Mittelmeer unterwegs seien. Frey: „Lärm ist ein Stressfaktor wie bei den Menschen.“ Zwar könnten sich die Fische in ruhigere Gebiete zurückziehen, aber es sei schwierig, einen geeigneten Lebensraum zu finden.

Der Bericht im Auftrag des Abkommens zum Schutz von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer hat Daten von 1446 Häfen, 228 Ölplattformen und sieben Millionen Schiffspositionen erfasst. Am lautesten ist es neben der Straße von Gibraltar, aber auch die beliebten Inseln wie Mallorca oder Ibiza haben mit dem Lärmproblem zu kämpfen.

Auch für Nord- und Ostsee soll eine Lärmkarte entstehen, so die Forscher. Für Rammarbeiten bei der Erstellung von Windkraftanlagen in der Nordsee gelte in deutschen Gewässern bereits eine Schallenergiehöchstgrenze, um zum Beispiel die Belastung für die sensiblen Schweinswale in Grenzen zu halten. Gerade Delfine und Wale, die zur Orientierung auf ihr Gehör angewiesen seien, litten unter dem Lärm.

( dpa )

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