EU-Vorgaben

In Tausenden Gewässern ist Wasserqualität zu schlecht

Mehr als jedes dritte deutsche Gewässer verstößt wegen überhöhter Nährstoffwerte gegen Richtlinien der EU. Der Bund will gegensteuern.

Ein Schiff auf dem Chiemsee in Bayern: 36 Prozent der Flüsse und Seen in Deutschland verstoßen gegen die Wasserrahmenrichtlinien der EU.

Ein Schiff auf dem Chiemsee in Bayern: 36 Prozent der Flüsse und Seen in Deutschland verstoßen gegen die Wasserrahmenrichtlinien der EU.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  Tausende Gewässer in Deutschland sind nach einem Zeitungsbericht so stark mit Nährstoffen belastet, dass die Wasserqualität die EU-Vorgaben nicht erfüllt. Die Bundesregierung habe in ihrer Antwort auf eine Grünen-Anfrage eingeräumt, dass Ende vergangenen Jahres 82 Prozent von 9900 Oberflächengewässern wie Seen und Flüssen die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht erfüllten, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Auch das Grundwasser war betroffen, von 1000 unterirdischen Wasserreservoirs entsprachen demnach laut Bundesumweltministerium 36 Prozent nicht den Richtlinien.

Als Hauptursache für die Nährstoffbelastung gilt Überdüngung. Die Bundesregierung räumt dem Bericht zufolge in der Antwort auch ein, dass die geplante Novellierung der Düngeverordnung allein nicht ausreichen werde, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Weitere Maßnahmen wie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten könnten notwendig werden.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Peter Meiwald, forderte eine nationale Stickstoffstrategie. Er bemängelte, dass „die offensichtliche Hauptursache, agroindustrielle Überdüngung“ erst jetzt durch die Novellierung der Düngeverordnung angegangen werde. Zudem forderte Meiwald als Gegenmaßnahme, „den Viehbesatz wieder an die Fläche zu koppeln“. In einigen Regionen Deutschlands werden deutlich mehr Tiere gehalten als Fläche zur Ausbringung ihrer Exkremente vorhanden ist. (dpa)