Waffenschein

Kölner Polizei tritt mit Facebook-Post einen Shitstorm los

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Der Kleine Waffenschein berechtigt seine Besitzer zum Führen einer Schreckschusspistole. Diese Waffen sehen echten Pistolen zum Verwechseln ähnlich – was ihre Besitzer schnell in Gefahr bringen kann.

Der Kleine Waffenschein berechtigt seine Besitzer zum Führen einer Schreckschusspistole. Diese Waffen sehen echten Pistolen zum Verwechseln ähnlich – was ihre Besitzer schnell in Gefahr bringen kann.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Gut gemeint, schlecht gemacht: Mit einem Facebook-Post zum Erwerb des Kleinen Waffenscheins hat sich Kölns Polizei Ärger eingehandelt.

Essen.  Durch einen Facebook-Post zum Erwerb des Kleinen Waffenscheins hat sich die Kölner Polizei den Unmut zahlreicher Nutzer zugezogen. „Zur Zeit erreichen die Polizei Köln zahlreiche Anträge zur Erteilung eines Kleinen Waffenscheins“, heißt es dort. Der Kleine Waffenschein berechtigt Besitzer zum Tragen von Reizgas- und Schreckschusswaffen. Im Folgenden erklären die Beamten, wo Interessierte einen solchen Schein beantragen können. Das missfiel vielen Nutzern.

Sie interpretierten den Post als Aufruf an alle Bürger, sich den Schein und entsprechende Waffen zu besorgen: „So ein Mist geht gar nicht. Dann haben wir in Zukunft öfter Amokalarm als wir gucken können - wenn die Bürgerwehren sich bewaffnen oder rechte Sturmtrupps durch die Innenstadt ziehen. Mir graust es.“ Ein anderer User kritisiert: „Das wird ein Bild wenn die ganzen Paniker mit ihren neuen „Waffen“ rumfuchteln und erst dadurch sich selber und Dritte in Gefahr bringen.“ Schreckschusswaffen sehen scharfen Pistolen sehr ähnlich und können von Angreifern sowie der Polizei schnell mit solchen verwechselt werden. Die Polizei warnt deshalb die Bürger immer wieder davor, solche Waffen in der Öffentlichkeit zu führen.

Kölner Polizei sah sich nach Kritik zu Stellungnahme gezwungen

Wegen der heftigen Kritik sah die Kölner Polizei sich mittlerweile sogar zu einer Stellungnahme genötigt. „Aufgrund der aktuellen Kommentare möchten wir darauf hinweisen, dass es lediglich darum geht, die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sachgebietes ZA 12 zu reduzieren, in dem Anträge bei der örtlich zuständigen Behörde gestellt werden und nicht generell bei der Polizei Köln.“, heißt es dort.

Einige User ließen sich davon aber nicht beschwichtigen: „Arbeitsentlastung finde ich auch mehr als sinnvoll für die Beamten. Dennoch – absolut unangebracht und extrem unsensibel. Wäre ich Asylsuchende und könnte das lesen, ich würde Angst bekommen! Nein, nicht überdacht dieser Post!“

Kommentatoren rufen zur Selbstjustiz auf

Dass die Kritiker womöglich Recht haben, zeigen zahlreiche andere Kommentatoren, die zur Selbstjustiz aufrufen. Einige Nutzer zeigen aber Verständnis für den Post der Polizei: „Erstmal ist das ein rein informeller/organisatorischer Hinweis! Gleichzeitig versteckt die Polizei nicht, dass es derzeit eine erhöhte Anfrage gibt. Ist doch genau was wir alle wollen, über Fakten informiert werden, ohne Beschönigungen!“ (fel)