Ermittlungsergebnisse

Wut auf Feiernde - Mann tötet Elfjährige mit Kopfschuss

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Die trauernde Mutter Magdalena M. (36, Servicekraft) in ihrer Wohnung mit einem Bild ihrer getöteten Tocher. Die Mutter appellierte nach der Tat eindringlich an den Täter, sich zu stellen – vergeblich.

Die trauernde Mutter Magdalena M. (36, Servicekraft) in ihrer Wohnung mit einem Bild ihrer getöteten Tocher. Die Mutter appellierte nach der Tat eindringlich an den Täter, sich zu stellen – vergeblich.

Foto: NEWS5 / Herse / NEWS5

Ein mutmaßlicher Täter ist festgenommen: Ein 53-jähriger Kraftfahrer soll den tödlichen Schuss auf eine Elfjährige abgefeuert haben.

Oberaurach.  Der Fall der in der Silvesternacht mit einem Kopfschuss getöteten Elfjährigen scheint aufgeklärt. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 53-jährigen Kraftfahrer, der im Fahrdienst für die Justizvollzugsanstalt Ebrach tätig war, teilten Staatsanwaltschaft Bamberg und Polizei Schweinfurt am Mittwochnachmittag mit. Gegen den Mann ist Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Weitere Ermittlungen laufen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge habe sich der Mann in der Silvesternacht allein in seinem Haus aufgehalten. Auf der Couch sei er eingeschlafen und gegen 1 Uhr durch Böller und eine feiernde Personengruppe aufgeweckt worden. Weil er wegen der Trennung von seiner Familie und seiner gesundheitlichen Situation psychisch angeschlagen und wütend auf die Feiernden gewesen sei, habe er seine Waffe aus dem Keller geholt und aus dem Garten drei oder vier Schüsse abgefeuert.

Mutmaßlicher Täter räumt Schüsse ein

Der Verdächtigte räumte ein, die Schüsse abgefeuert zu haben, die Tötungsabsicht habe er allerdings bestritten. Laut Staatsanwaltschaft habe er jedoch zumindest billigend in Kauf genommen, einen Menschen zu treffen. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass der Mann die Schüsse bewusst in Richtung der Personengruppe gerichtet hat.

Die Staatsanwaltschaft stellt zudem klar, dass der 53-Jährige kein Justizvollzugsangestellter sei, wie Medien zuvor berichtet hatten. Demnach sei die Kleinkaliberwaffe auch keine Dienstwaffe gewesen. Dennoch durfte der mutmaßliche Täter die Waffe besitzen; er war Mitglied im Schützenverein.

Ermittlungen führten schnell zum Erfolg

Die Ermittler hatten in den vergangenen Tagen Waffenhalter aus der Region überprüft, die im Waffenregister des Landratsamtes festgehalten sind. Dabei sind sie auf den mutmaßlichen Täter gestoßen. Er ist der Besitzer jener Kleinkaliberwaffe, aus der der tödliche Schuss abgefeuert wurde.

Der Vorfall hatte zu Jahresbeginn großes Entsetzen ausgelöst: Während die Elfjährige im 450-Einwohner-Ortsteil Unterschleichach im Landkreis Haßberge auf der Straße Silvester feierte, war sie plötzlich zusammengesunken. Ein Projektil hatte ihren Hinterkopf durchschlagen. Im Krankenhaus kämpften die Ärzte in einer stundenlangen Notoperation vergeblich um das Leben des Mädchens. Seine Mutter appellierte nach der Tat eindringlich an den Täter, sich zu stellen – vergeblich. (jkali/dpa)