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"Gutmensch" ist das Unwort des Jahres 2015

ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Wort „Unwort“ ist am 18.01.2011 in München in einem Wörterbuch zu lesen. Foto: Stephan Jansen/dpa (zu dpa/lhe vom 12.01.2016: Bekanntgabe „Unwort des Jahres 2015“) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Wort „Unwort“ ist am 18.01.2011 in München in einem Wörterbuch zu lesen. Foto: Stephan Jansen/dpa (zu dpa/lhe vom 12.01.2016: Bekanntgabe „Unwort des Jahres 2015“) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Stephan Jansen / dpa

Das Unwort des Jahres 2015 steht fest: „Gutmensch“. Den Begriff haben Sprachwissenschaftler am Dienstag bekanntgeben.

1644 Einsendungen waren für das Unwort des Jahres eingegangen, mehr als in den Jahren 2014 (1246) und 2013 (1340).

Die Jury entscheidet unabhängig. Das Gremium richtet sich dabei nicht danach, wie häufig ein Wort vorgeschlagen wurde. Es besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten. Unter den eingesendeten Vorschlägen für das Unwort 2015 waren etwa die Begriffe „Lärmpausen“ (165 Mal), „Willkommenskultur“ (113 Mal), „Flüchtlingskrise“ (42 Mal) und „Asylkritiker“ (27 Mal).

Seit 25 Jahren gibt es das Unwort des Jahres

Das „Unwort des Jahres 2014“ war „Lügenpresse“, ein Begriff, der vor allem vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzt wird. Im Jahr davor war es „Sozialtourismus“, 2012 „Opfer-Abo“. Die Aktion gibt es seit 1991. Damit wurde das „Unwort“ jetzt zum 25. Mal bestimmt.

Die Aktion will für Sprache sensibilisieren und auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch aufmerksam machen. Unabhängig von dieser Jury wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das „Wort des Jahres“. Für 2015 entschied sie sich für den Begriff „Flüchtlinge“.

( dpa )