Familienstudie

Junge Leute schieben ihren Kinderwunsch immer weiter auf

Junge Leute sehnen sich nach Familie und wollen Kinder haben. Aber viele verwirklichen den Kinderwunsch erst nach dem 30. Geburtstag.

Die Familie bleibt die große Sehnsucht für viele junge Leute. Mit der Realisierung lassen sich viele aber lange Zeit.

Die Familie bleibt die große Sehnsucht für viele junge Leute. Mit der Realisierung lassen sich viele aber lange Zeit.

Foto: Christian Charisius / dpa

Berlin.  Die Familie ist auch für junge Menschen noch immer der Sehnsuchtsort, mit dem sie durchweg positive Gefühle wie Geborgenheit, Vertrauen und Liebe verbinden. Dies zeigt eine Umfrage, für die das Forsa-Institut gemeinsam mit der Zeitschrift Eltern rund 1000 Deutsche im Alter zwischen 18 und 30 Jahren befragte.

Demnach ist der Kinderwunsch bei den Befragten entsprechend groß: 86 Prozent der noch kinderlosen jungen Frauen und 88 Prozent der Männer möchten später einmal eines oder mehrere Kinder haben, so das Ergebnis der Studie.

Social Freezing ist für viele eine Alternative

Aber: Der Zeitpunkt für die Realisierung des Kinderwunsches verschiebt sich deutlich nach hinten. Von den 18-22-Jährigen wünschen sich bei der Umfrage 37 Prozent das erste Kind bis sie 27 Jahre alt sind. Tatsächlich haben in dieser Altersgruppe allerdings erst 20 Prozent ihr erstes Kind. Damit verschiebt sich das Wunschalter, um Kinder zu bekommen bei der Mehrzahl der 27- bis 30jährigen hinter den 30. Geburtstag (73 Prozent).

Dazu passt, dass 37 Prozent der Befragten glauben, dass es in 20 Jahren nichts Ungewöhnliches mehr sein wird, wenn eine Frau im Alter von 50 Jahren Mutter wird. In diesem Zusammenhang sind 64 Prozent Social Freezing, also dem Einfrieren von Eizellen, gegenüber aufgeschlossen und 31 Prozent können sich diese Möglichkeit auch für sich selbst vorstellen.

Stabile Partnerschaft Voraussetzung für Kinder

Um eine Familie zu gründen, ist Sicherheit gefragt: Eine feste und stabile Partnerschaft ist für die meisten (74 Prozent) eine sehr wichtige Voraussetzung, um ein halbwegs entspanntes Familienleben führen zu können. Ausreichend Zeit für das Familienleben zu haben, ist für 44 Prozent der Befragten sehr wichtig.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen den Lebensvorstellungen, die die Befragten von ihrem künftigen Familienleben haben und dem, was sie tatsächlich erwarten. Bei der Erziehung der Kinder wollen beispielsweise 60 Prozent am liebsten, dass beide Elternteile zumindest in Teilzeit berufstätig sind und sich die Betreuung der Kinder teilen.

Tatsächlich erwartet wird aber das Gegenteil: 46 Prozent gehen davon aus, dass beide Partner voll berufstätig sind und die Erziehung der Kinder weitgehend den Kitas und Schulen überlassen. Wünschen tun sich dies aber nur acht Prozent. (W.B.)

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