Unfall

Eltern erfahren durch Facebook-Foto vom Tod der Söhne

Schlimmer Unfall: Ein Auto kommt auf der A46 von der Fahrbahn ab, überschlägt sich, zwei junge Männer sterben. Ein Gaffer macht Fotos.

Fünf Rettungswagen waren nach dem Unfall im Einsatz, zwei davon mitsamt einem weiteren Notarzt.

Fünf Rettungswagen waren nach dem Unfall im Einsatz, zwei davon mitsamt einem weiteren Notarzt.

Foto: imago/Eibner

Essen.  Ein schwerer Unfall hat sich in der Nacht zu Sonntag auf der A46 in der Nähe von Iserlohn in Nordrhein-Westfalen ereignet. Zwei junge Männer (17 und 22 Jahre) kamen dabei ums Leben. Laut Polizei ist vermutlich überhöhte Geschwindigkeit die Ursache des Unfalls.

Der Sportwagen Audi R8 kam nach ersten Ermittlungen in einer langgezogenen abschüssigen Linkskurve rechts von der Fahrbahn ab. Er fuhr auf die abgesenkte Leitplanke, wurde nach oben katapultiert und schleuderte in die Böschung. Dort krachte er gegen mehrere Bäume, die durch die Wucht teilweise umknickten. Der Sportwagen wurde in zwei Teile gerissen und flog wieder auf die Autobahn. Der vordere Teil landete auf dem Dach auf dem Standstreifen.

Tragisch: Facebook-Post alarmiert die Eltern der Unfallopfer

Der Fahrer wurde aus dem Auto geschleudert, der Beifahrer saß noch angeschnallt auf seinem Sitz. Für beide kamen jede Hilfe zu spät.

Die Trümmerteile des Audi lagen über mehrere hundert Meter verstreut, der Motorblock rund 30 Meter vom Fahrzeug entfernt. Acht nachfolgende Fahrzeuge konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen: Sie fuhren durch das Trümmerfeld und wurden beschädigt. Insgesamt 27 Personen, die den Unfall beobachteten oder zeitnah an der Unfallstelle waren, mussten von den Rettungskräften betreut werden.

Besonders tragisch: Ein dreister Gaffer schoss im Vorbeifahren Fotos vom Wrack und postete sie auf Facebook. Auch das Kennzeichen des Fahrzeugs war darauf zu erkennen. Das sahen die Eltern der Toten: Sie kamen völlig aufgelöst zur Unfallstelle. Der Rettungsdienst betreute die Trauernden – mit einem Schock wurden sie ins St.-Elisabeth-Hospital gebracht, wo sich auch ein Notfallseelsorger um sie kümmerte. Ob die jungen Männer Brüder waren konnte die Polizei bisher nicht bestätigen.

Autobahn war stundenlang gesperrt

Auf der für mehrere Stunden gesperrten A46 bildete sich ein langer Rückstau. Auch für die Kräfte der Feuerwehr war das ein „sehr belastender Einsatz, der deutlich außerhalb des üblichen Rahmens liegt“, sagte Einsatzleiter Jörg Döring angesichts der Bilder an der Unfallstelle. Die Feuerwehr Iserlohn war mit insgesamt 25 Mitarbeitern vor Ort. Fünf Rettungswagen waren im Einsatz, zwei davon mitsamt einem weiteren Notarzt kamen zur Unterstützung aus Hagen, außerdem auch der leitende Notarzt des Märkischen Kreises.

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