Norddeich

Extremkälte führt zu Verkehrschaos

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Im Norden Deutschlands fielen IC-Züge aus. Eine Juist-Fähre saß fest

Norddeich.  Einen Tag nach der Odyssee eines durch Blitzeis blockierten Intercitys in Ostfriesland hatte die Bahn den Verkehr zwischen Emden und Norddeich wegen Eisregens komplett eingestellt. Aufgrund der Straßenverhältnisse war ein Ersatzverkehr mit Bussen nicht möglich, teilte die Deutsche Bahn mit. Wegen des extremen Winterwetters mussten die Bahnbusse in den Kreisen Diepholz und Vechta sowie in Oldenburg und Westerstede ebenfalls den Betrieb einstellen.

Der seit Sonntag wegen Blitzeis blockierte IC aus Norddeich hatte nach einer nächtlichen Zwangspause an der Küste sein Ziel Köln am Montag mit 23 Stunden Verspätung erreicht. Seit Dienstagabend fahren die Züge wieder.

Besonders vom Verkehrschaos betroffen war Oldenburg: Schnee und Glätte legten dort den Verkehr in der Nacht zum Dienstag lahm. Es kam es zu mindestens 85 Unfällen. Bei zwölf davon wurden Menschen verletzt.

Ein Lkw-Fahrer auf der Bundesautobahn 1 verlor in Fahrtrichtung Lübeck mehrere Eisplatten und verursachte so einen Unfall mit zwei Verletzten. In Berlin gab es 4200 ADAC-Einsätze – Rekord.

Bei der Überfahrt von der Nordseeinsel Juist nach Norddeich blieb eine Fähre im Watt stecken. Die Frisia II war im Schlick aufgelaufen, 650 Passagiere mussten bis zum Abend aufs nächste Hochwasser warten.

Extreme Glätte legte auch den Norden der Niederlande lahm. Das Meteorologische Institut KNMI löste am Dienstag die höchste Stufe des Wetteralarms aus. Der „Code rot“ galt für die an Niedersachsen grenzenden Provinzen Drenthe und Groningen sowie für das nordwestliche Friesland. Bürger wurden aufgefordert, ihre Autos stehen zu lassen. Züge und Busse fielen aus, und Schulen blieben geschlossen. Bereits in der Nacht hatte Glätte zu Dutzenden von Unfällen geführt.

Im Norden und Osten Deutschlands ist es bald vorbei mit dem Winter. Nass-kaltes Schmuddelwetter gewinnt am Freitag die Oberhand im ganzen Land. Ein neues Tief aus dem Westen beendet dann die Vorherrschaft der kalten Luft im Norden und Osten.

Die Luftmassengrenze, die seit Tagen sibirische Kaltluft von milder Luft aus Westen trennt, werde sich aber noch bis Donnerstag halten, sagte Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) voraus. Erst danach ändert sich die Wetterlage. Am Dienstag verlief die Grenze entlang einer Linie vom südlichen Emsland über Thüringen bis hin zum östlichen Bayern.

Nordöstlich davon herrschten Minusgrade mit Schneefällen, westlich und südlich Plusgrade mit Regen.

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