Berlin –

110 Journalisten kamen 2015 weltweit ums Leben

Berlin.  Im laufenden Jahr sind nach Zählung der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen sind laut dem Netzwerk wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen – einer mehr als 2014. Besonders viele Journalisten sind im Irak, in Syrien, in Frankreich und im Jemen in Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen. Obwohl dies überwiegend Kriegsländer sind, ist eher der Anschlag auf die Zeitung „Charlie Hebdo“ in Paris mit acht getöteten Journalisten charakteristisch: Fast zwei Drittel der weltweit getöteten Journalisten starben außerhalb von Kriegen.

„In viel zu vielen Ländern riskieren Journalisten ihr Leben, wenn sie über brisante Themen recherchieren oder die Mächtigen kritisieren“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert.

Bislang liefen alle internationalen Bemühungen ins Leere, Gewalt gegen Journalisten zurückzudrängen.

Die gefährlichsten Länder für Journalisten waren 2015 der Irak und Syrien. Reporter ohne Grenzen zufolge wurden dort jeweils mindestens neun Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. So stünden in der syrischen Stadt Aleppo Journalisten zwischen allen Fronten. Im irakischen Mossul hat die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ reihenweise Journalisten entführt, vertrieben oder ermordet, um unabhängige Informationen zu unterdrücken.

Doch auch in anderen Ländern ist Journalismus lebensgefährlich. In Indien etwa sind Journalisten in Gefahr, die über Verbindungen zwischen organisiertem Verbrechen und Politik oder über heikle Umweltthemen berichten.

( rtr )

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