Frankfurt/Main –

Frauenleiche in Tonne: Täter war möglicherweise Serienmörder

Ermittler rollen Fälle neu auf. Verdächtiger Rentner verstorben

Frankfurt/Main.  Nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche im Taunus im vergangenen Jahr haben die Ermittler nun eine brisante Spur: Der mutmaßliche Täter war möglicherweise ein Serienmörder. Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Derzeit würden mehrere ältere Fälle neu aufgerollt, die mit dem grausigen Fund vom September 2014 in Zusammenhang stehen könnten, sagte Nadja Niesen.

Zur Verantwortung gezogen werden kann der Verdächtige nicht mehr, er verstarb bereits im August 2014. Nach dem Ableben des 67-jährigen Rentners Manfred S. räumten Verwandte eine von ihm gemietete Garage in Schwalbach aus. Dabei fanden sie in zwei blauen Plastikfässern einen verwesten Kopf und weitere Leichenteile.

Der Vermieter sagte, der Rentner habe die Garage seit Jahren gemietet. Er hat nach Angaben der Polizei zwar in Schwalbach, aber nicht auf dem Anwesen gelebt. Der Vermieter sagte, der Verdächtige sei ein unauffälliger Mann gewesen, ein Gartenbauer, der in der Garage Geräte lagerte. Die Obduktion der Leiche im September 2014 hatte ergeben, dass das Opfer eine Frau mittleren Alters war. Nach Erkenntnissen der „Soko Garage“ verschwand das Opfer bereits 2003 im Alter von 43 Jahren.

Inzwischen steht laut Staatsanwaltschaft fest: Es war eine Prostituierte aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel. Im dortigen Rotlichtmilieu gab es in den vergangenen Jahrzehnten mehrere unaufgeklärte Tötungsdelikte. Eine Ermittlungsgruppe namens „Alaska“ überprüft nun, ob der Rentner auch in anderen ungeklärten Fällen als Täter infrage kommt. Wie viele das sind, steht nicht fest. Laut „Bild“-Zeitung war der Mann oft im Frankfurter Bahnhofsviertel unterwegs.