Birmingham –

Physiker: Smartphones fallen häufiger auf die Display-Seite

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Birmingham.  Es ist das Geräusch, dass die Benutzer von Smartphones zusammenzucken lässt, dieses Knirschen von Display-Glas, das zu hören ist, wenn es auf der falschen Seite gelandet ist. Immer landen sie auf der falschen Seite, das musste ja passieren. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, warum diese gefühlte Wahrheit (Pech) einen wirklichen Hintergrund (Wahrscheinlichkeit) hat.

Mit genau 60-prozentiger Sicherheit lässt sich jetzt sagen, dass ein Mobiltelefon, das aus der Hand rutscht, auf der Seite mit dem Display aufschlägt. Das hat der Physikprofessor Robert Matthews von der britischen Aston Universität herausgefunden. Er wurde von einem großen Mobilfunkhersteller beauftragt, der ein ureigenes Interesse daran hat, diese Gewissheit vielleicht in zukünftige Geräte umzusetzen. Dieser Wissenschaftler gilt als Experte auf dem Gebiet, weil er vor rund zehn Jahren mit einer Studie zum Toastbrot aufgefallen war: Mit rund 80-prozentiger Sicherheit nämlich fällt ein Toastbrot mit der Butterseite auf den Boden.

Die unterschiedlichen Zahlen haben wohl mit der Entfernung Tisch–Boden (beim Toast) und Brusthöhe–Boden (beim Telefon) zu tun. Die Fallhöhe ist bei einem Mobiltelefon also etwas höher, aber das Drehmoment ist ähnlich. Und in dem Moment des Herunterfallens wird, so Matthews, eine Drehung ausgelöst, die bei beiden Objekten meist genau diese Umdrehung auslöst, die eben nur für eine 180-Grad-Drehung reicht. Ein weiterer Faktor, der sich auswirkt, ist die Oberflächenbeschaffenheit des Telefons. Je glatter das Material, so die Wissenschaftler, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines gebrochenen Displays.

Übrigens heißt das noch nicht, dass man es reparieren muss. Rund 29 Prozent der Smartphone-Nutzer benutzen ein Telefon mit kaputtem Display einfach weiter. Doch die Wissenschaftler wollten beweisen, dass dieser Zustand nicht immer mit der Tollpatschigkeit der Nutzer etwas zu tun hat – oder zumindest nicht nur. Das Urteil von Professor Robert Matthews ist eindeutig: „Die Physik ist schuld.“

( sök )

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