Attentäter

Journalisten stürmen Wohnung der Täter von San Bernardino

| Lesedauer: 2 Minuten
Jennifer Kalischewski
Die Vermieter des Attentäter-Ehepaares von San Bernardino luden Journalisten am Freitag in das Haus der Attentäter ein.

Die Vermieter des Attentäter-Ehepaares von San Bernardino luden Journalisten am Freitag in das Haus der Attentäter ein.

Foto: imago stock&people / imago/ZUMA Press

Nur ein Medienunternehmen sollte Zutritt bekommen. Doch dann stürmten Dutzende Journalisten das Haus der Attentäter von San Bernardino.

Redlands.  Eigentlich hatten sie es nur gut gemeint, dann aber lief die Einladung außer Kontrolle: Die Vermieter des Attentäter-Ehepaares von San Bernardino haben am Freitag Journalisten in die Wohnung von Seyd F. und Tashfeen M. geführt und ihnen erlaubt, von dort Live-Bilder zu senden, berichtete etwa die New York Times online. Dutzende Journalisten stürmten daraufhin das Haus im kalifornischen Redlands. Das Ehepaar, das in der Wohnung gelebt hatte, hatte am Mittwoch bei einer Attacke auf ein Sozialzentrum in San Bernardino 14 Menschen getötet.

Ein Babyfläschchen mit Milch, benutztes Geschirr in der Spüle, ein halb aufgegessener Kuchen im Kühlschrank, Spielzeug für ein Kind – so beschreibt die New York Times die Szene in dem Haus, das offenbar „zugleich Familienheim und Bomben-Fabrik“ gewesen sei. Dutzende Journalisten nutzen die Chance, einen Einblick in das Leben der mutmaßlichen Terroristen zu bekommen. Ihre Bilder veröffentlichten sie etwa live im Fernsehen oder auf Twitter.

Zuvor war das Haus von Polizisten durchsucht worden. Das Justizministerium bestätigte laut der „Washington Post“, dass die Ermittlungen abgeschlossen worden seien und der Vermieter mit der Wohnung machen dürfe, was er wolle. Anschließend übernahmen die Journalisten den Job der Ermittler. Sie suchten im Kalender nach Einträgen zum Attentat, fanden aber nichts, heißt es in den Medienberichten. Besonderes Augenmerk legten die Reporter der New York Times zufolge etwa auf ein arabisches Gebetsbuch.

Dass so viele Journalisten in das Haus gelangen konnten, sei nicht geplant gewesen, sagte der Vermieter später der „Washington Post“. Er habe nur Vertreter eines Mediums erlaubt, die Wohnung zu betreten, die anderen seien einfach in die Wohnung gestürmt.

Journalisten des Senders CNN rechtfertigten ihr harsches Vorgehen später. In einer Stellungnahme für die „Washington Post“ hieß es etwa: „Wie anderen Medienorganisationen auch wurde CNN der Zutritt in das Haus durch den Vermieter gewährt. Die Redaktion hat sich bewusst dazu entschlossen, keine Nahaufnahmen zu zeigen, die sensible Daten übermitteln, wie etwa Fotos oder Ausweise.“

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