Unfall

Frachter auf der Ems rammt Brücke - Ursachensuche läuft

Ein Schiff rammt eine geschlossene Klappbrücke über die Ems – warum, ist den Ermittlern unklar. Die Eisenbahnbrücke ist völlig hinüber.

Weener.  Nach der Kollision eines Frachtschiffes mit einer Eisenbahnbrücke bei Weener in Ostfriesland suchen Ermittler nach der Unfallursache. Die Brücke ist hinüber: Sie wurde so stark beschädigt, dass sie nicht mehr instand gesetzt werden kann, sagte ein Bahnsprecher am Freitag. Ein Neubau wird Jahre dauern.

Es könne sein, dass Absprachen zwischen dem Frachterfahrer und den Mitarbeitern an der Eisenbahn-Klappbrücke falsch gelaufen seien, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Freitagmorgen. Die Wasserschutzpolizei befragte am Freitag die Besatzung des Schiffes, den Lotsen und den Brückenwärter, um die Unfallursache zu klären. Erste Ergebnisse sollen nach Angaben der Ermittler Anfang der Woche vorliegen

Der Frachter rammte die Brücke am Donnerstagabend, Brückenteile wurden abgerissen. Laut den Behörden war die Klappbrücke nicht geöffnet. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Bahnstrecke ist nach Kollision komplett gesperrt

Die Bahnstrecke zwischen Leer und Groningen, die über die über 300 Meter lange Eisenbahnbrücke führt, wurde komplett gesperrt. Auch die Ems ist an dem betroffenen Abschnitt für Schiffe zunächst nicht passierbar.

„Die Gleise sind völlig zerstört, und die ganze Brücke muss neu gemacht werden“, sagte der Sprecher der Wasserschutzpolizei. Bis zur Fertigstellung einer neuen Bürcke müssen Reisende von Leer ins niederländische Groningen auf Busse umsteigen, so die Bahn.

100-Meter-Frachter darf Hafen während Ermittlungen nicht verlassen

Neben den Bahngleisen gibt es auf der Brücke auch einen Fußgänger- und Radweg. Wenn größere Schiffe die Brücke passieren, wird das Mittelteil der Stahlkonstruktion normalerweise hochgeklappt.

Nach Polizeiangaben hatte der unter der Flagge von Antigua Barbuda fahrende Frachter gegen 17.30 Uhr Papenburg in Richtung Nordsee verlassen. Das 100 Meter lange Schiff musste nach der Kollision unter Schleppereinsatz zum Papenburger Hafen zurückkehren, wie die Polizei weiter mitteilte. Dort sollen die Ermittlungen weitergehen. Vorläufig darf das Schiff den Hafen nicht verlassen. (dpa)